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versah, war er mitten im dichten Walde, durch den ein breiter
wohlunterhaltener Fahrweg von der Heerstraße nach dem
gräflichen Herrschaftsgebäude hinführte. Etwas von dem
Wege ab, wo man von einer kleinen Anhöhe aus durch eine
Lichtung die Aussicht nach der etwa ein und einhalben
Stunden entfernten Stadt genoß, standen drei mächige Eichen,
unter welchen Hellmuth eine von Birkenholz zusammengefuͤgte
Ruhebank angebracht hatte. Hier, wo er gewöhnlich auf
seinem Waldgange einige Minuten der Ruhe pflegte, ließ sich
der Förster auch diesen Morgen nieder, um seine Tabakspfeife
in Brand zu setzen. Ihm zu Füßen lag Juno, sein
Jagdhund und beständiger Begleiter.
Nichts ist mehr geeignet als des Waldes Schatten und
trauliche Einsamkeit, wenn der Mensch Einkehr halten will
in sich selbst. Unberührt von dem Alltagsleben fuhlt in des
Waldes geheimnißvollem Rauschen sich der bessere Mensch
dem Schöpfer näher, dessen Allmacht und Größe nirgends
so deutlich zur Erscheinung kommt, als in dem grünen
Tempel, den die Natur dem Allgütigen errichtet hat; an
seinen Stufen fühlt der Erdgeborene zugleich, daß er Herr
der Schöpfung und wieder auch, daß er nur eines der
Sonnenstäubchen ist, die in dem hellen Strahl sich millionen—
fach kreisen und heben, der vom Himmel her den Schatten
des Waldes durchbricht.
Eine geraume Zeit überließ sich Hellmuth, in innere
Betrachtung versunken, einem glücklichen Vergessen der Gegen—
wart, und was in dem Innern des gottesfürchtigen Mannes
vorging, fand einen würdigen Ausdruck in den schönen Versen
Max von Schenkendorfs, welche er halblaut vor sich hersagte:
Gottesstille, Sonntagsfrühe, Ruhe, die der Herr gebot!
Meine Seele, wach' und glühe mit im hellen Morgenroth
Könnt ich in dem Zimmer bleiben, wenn das Volk zur Kirche wallt?
Könnt ich Alltagswerke treiben, wenn der Glossenruf erschailt?
Wo die holden Worte weilen, die der Herr auf Erden sprach,
Lasset euch das Brod mich theilen, das er seinen Jüngern brach.
O, dann nenn' ich sel'ge Stunde, wo man Dein, o Herr, gedenkt,
Wo man mit der frohen Kunde von dem ew'gen Heil uns tränkt!
Und von göttlichen Gedanken einen reichen Blükhenftrauß
Trag ich heimwärts, Gott zu danken in dem kleinen stillen Haus.
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