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„Was gibt's, Eberhard?“ frug der Obersteiger. „Ist
doch nichts Schlimmes vorgefallen . .. .?“
Aller Augen waren gespannt auf den Alten gerichtet.
„Ihr wißt also noch nichts von dem großen Unglück,
das sich heute Morgen im Walde zugetragen?“ frug der
Mann.
„Nein, was ist es denn?“ antwortete der Obersteiger.
„Ach! vor einer halben Stunde haben sie des Steins
Fritz todt auf der Bahre hereingebracht . . . . und den
Mörder, den Stollnpitt. Ach! ...“
Mehr konnte er nicht sagen. Ein Schrei ertönte und
Frau Wiederhold hielt ihre ohnmächtige Tochter in den
Armen.
Bestürzt eilten die alte Magd und der Obersteiger helfend
herbei und der Grubenwächter lief in die Nachbarschaft, um
Hülfe zu holen. Der arme Mann wußte es sich gar nicht
zu deuten, wie seine Mittheilung einen solchen Eindruck
machen konnte.
Mit vieler Mühe gelang es, das Mädchen zum Bewußt—
sein zurückzubringen und noch waren sie hiermit beschäftigt,
als die Thüre abermals aufging und der Förster Hans Reh—
bein ernst grüßend in die Stube trat.
Verwundert sah er sich um. „Was giebts denn auch
hier?“ frug er ängstlich; was ist vorgefallen?“ Der Ober—
steiger erzählte ihn, wie es gekommen war. In diesem
Augenblicke schlug die Ohnmächtige die Augen wieder auf.
Aengstlich suchten ihre Blicke rings im Kreise, dann, als trete
eine schreckliche Wahrheit wieder vor ihre Seele, fuhr sie mit
der Hand an die bleiche Stirne und dumpf tönte es über
ihre Lippen: „Fritz, mein Fritz ist todt, todt, gemordet von
Mörderhand!“
Frau Wiederhold, selbst mehr todt als lebendig, geleitete
ihr unglückliches Kind auf den in der Nähe befindlichen
Sessel und legte das Haupt in den Schoß der Jungfrau,
welche abermals in schmerzlichem Zusammenzucken aufjam—
merte: „Mein Fritz, mein Fritz ist todt!“