Full text : Feierabend-Stunden

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ist aber auch heute ein so schöner Tag, daß man mit Recht
sich freuen darf .... Wollen Sie nicht ein wenig ein—
treten?“ frug die Frau, als der junge Mann seine Blicke
wie suchend üͤber den Garten hingleiten ließ.
„Wenn Sie es gestatten, Frau Wiederhold, herzlich gern,
Sie wissen ja, daß ich mit Ihnen immer einige Minuten
gern verplaudere, namentlich .. ..“
„Wenn meine Tochter zugegen ist. Verwirren Sie meinem
Mädchen nicht den Kopf, Herr Stein!“
Der junge Mann lachte. „Ich will der Johanna gewiß
den Kopf nicht verwirren, Frau Wiederhold! Sie müßten
mich wohl besser kennen!“ entgegnete er, während Purpur—
gluth über seine hohe Stirne zog; „ich — — —, gehe viel—
mehr mit noch viel Schlimmerem um . .. ich suche sogar
— — — ihr Herz zu stehlen!“
„Ihr Herz zu stehlen“, rief die Mutter wie erstaunend,
glaube, vor solchen Dieben wird sie sich zu schützen
wissen.“
„Wer weiß“, lächelte der junge Mann; „doch davon
wollte ich heute nicht sprechen, ich wollte nur sagen, daß ich
Ihnen eine freudige Mittheilung zu machen habe.“
.So, so, ist das denn wirklich der Fall?“
„Ja, Frau Wiederhold, wenigstens bin isch freudig von
der Sache berührt .. . . Ich habe heute meine Ernennung
Werkmeister erhalten, das wollte ich Ihnen nur mit—
theilen.“
„Ah!“ rief aufrichtig erfreut die Frau, die Gießkanne
rasch bei Seite stellend und dem Jüngling die Hand reichend.
„Daͤ gratulire ich von ganzem Herzen! Sie haben in kurzer
Zeit ein schönes Ziel erreicht. Nochmals meinen besten
Glückwunsch!“ —
In diesem Augenblicke trat Johanna in den Garten.
„Johanna“, rief Frau Wiederhold, „komme her — es giebt
etwas Neues.“
Die Jungfrau kam raschen Schrittes näher und als sie
Fritz Stein erblickte, erröthete sie.
            
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