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eine aufrichtige Freundin bleiben werde. Die hellen Thränen
rollten ihr bei diesen Worten über die Wangen mit den
Grübchen, dann legte sie ihre schönen Hände auf meine
Schultern und bat: Hans, als Zeichen, daß Du etwas von
Liebe für mich fühlst, gebe mir das Versprechen, dem Paul
nicht zu zürnen und auch ihm ein Freund zu bleiben wie
bisher. Er wußte ja nicht, daß auch Du mir gut bist.
Willst Du das, Hans? Gibst Du mir Dein Wort?“
„Und ich gab es ihr, so unglücklich ich mich auch in
diesem Augenblicke fühlte und — ich habe es gehalten und
werde es halten bis ich nicht mehr bin.“ Hiermit reichte
dem Obersteiger die Hand, welche dieser gerührt und fest
rückte.
„Hans“, sprach er dann zu dem Freund, „ich hatte nie—
mals eine Ahnung von dem, was Du eben mir erzählt hast.
Warum hast Du mir nie etwas hiervon mitgetheilt?“
„Weil ich der Anna auch versprochen habe, darüber zu
schweigen“, entgegnete der Förster. Und es war so auch
gut. Jetzt kannst Du es wissen, mehr als zwanzig Jahre
sind seitdem über das Grab meiner ersten und einzigen Liebe
dahingezogen und heute blicke ich ohne Schmerz auf dasselbe,
denn ich weiß diejenige glücklich, die des Schicksals Fügung
nicht für mich bestimmt hatte.“
Der Förster erhob sich und reichte dem Freund die Hand.
„Leb' wohl Paul, grüße Deine Frau und Tochter von mir
herzlich und sage ihnen, daß ich nun bald eines schönen
Sonrtnss nach Kleinmerfeld auf Besuch zu Euch kommen
werde.“
„So ist's recht, Hans, komme nur bald und recht oft,
Du guter alter Junge; das wird für uns alle eine Ehre
und Freude sein“, entgegnete dankend der Obersteiger. „Doch
sage, Hans, wo gehst Du hin?“
„Ich gehe zum Oberförster in die Stadt, doch zuvor habe
ich nd bei dem Bürgermeister dort drüben in Thalheim
zu thun.“
„In die Stadt gehst Du, Hans ... Auch ich gehe in
die Stadt, den Rest von meiner Kaufschuld zu zahlen. Hans,