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„Hält es der Herr Förster nicht der Mühe werth, bei
dem Obersteiger Wiederhold einmal einzukehren . .. Ja,
Hans, es ist eine Schande, ich muß es offen sagen, daß
seitdem ich verheirathet bin, Du uns noch nicht ein einziges
Mal besucht hast! Warum das, Hans?“ frug Wiederhold,
den offenen, treuen Blick ganz dem Freunde zugewandt.
Der aber blickte wie geistesabwesend nach dem Wipfel
der Blutbuche und erst dann, als der Freund ihm unver—
wandt in die Augen schaute, antwortete er ernsten Tones:
„Du hast Recht, Paul und ich will den Grund Dir offen
sagen: Ich habe es gemieden, Dich oder besser gesagt, die
Anna zu besuchen, weil — —“ der Mann stockte.
„Nun, Hans“, drängte Paul, „weil ...“
„Weil ich die Wunde nicht aufs neue aufreißen wollte,
welche ich damals auf der „Herrenwiese“ davon getragen
habe.“
„Du, Hans, damals eine Wunde davon getragen?“ frug
Wiederhold erstaunt.
„Ja, Paul, das weißt Du nicht“, bestätigte der Gefragte,
„von dieser Geschichte wissen nur Zwei — ich und —
die Anna.“
„Die Anna, meine Frau?“
„Ja, Paul, die Anna, Deine Frau!“ bestätigte der andere
und Wiederhold die Hand reichend, fügte er hinzu: „Heute,
wo sich so schön die Gelegenheit findet, will ich Dir sagen,
was ich noch keinem Menschen anvertraut habe. Es ist eine
alte Geschichte, die bald erzählt ist. Zu jener Zeit, Paul,
liebte ich die Anna wie Du sie geliebt hast, denn sie war
mir immer freundlich und gut. Ich wußte, daß auch Du
sie gerne gesehen hast; denn warum denn nicht, sie war das
schönste Mädchen weit und breit. Als Du mich an jenem
Abend frugst, ob ich mit in den Wald gehen wollte, der
Anna den Maibaum zu schlagen, weil der Anton und die
anderen einen Strohkranz aufstecken wollten, da gestandest
Du mir Deine Liebe zu dem Mädchen und die Absicht, sie,
wenn auch sie Liebe zu Dir fühle, bald als Braut heimzu—
führen. Paul, ohne daß Du es wußtest, damals hast Du
Kut