Full text : Feierabend-Stunden

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ragte. Wiederhold blickte auf, auch der Nahende wandte sich
jeßzßt um und „Glück auf!“ Hans und „Guten Morgen,
Paul!“ tönte fast gleichzeitig zum herzlichen Morgengruß.
Das trifft sich ja herrlich, alter Knabe“, rief freudig der
jetzt Förster gewordene Hans, „gratulire zum Namenstag“
und reichte dem Jugendfreunde die Hand, welche von diesem
—
auf dem Ruhesitz wieder Platz und nachdem auch der Förster
sich eine Pfeife angebrannt hatte, um, wie er zu sagen pflegte,
dein Wodan ein Rauchopfer zu bringen, plauderten die
Freunde, die sich längere Zeit nicht gesehen hatten, unter
heiterem Scherzen und Lachen von vergangener und gegen—
wärtiger Zeit und aus ihrem Gespräch ging deutlich hervor,
daß sie sich beide noch den Jugendmuth und den Humor zu
—D—
„Es ist schon lange her, Paul“, sprach nach einer Pause
der Förster, „daß wir für die Anna hier den Maibaum
gekippt haben, — erinnerst Du Dich noch?“
„Gewiß Hans, vergesse ich die Nacht nicht“, entgegnete
Wiederhold und eben erst, als ich an der Stelle vorüberkam,
trat mir alles noch einmal so recht lebhaft vor die Seele.“
Lachend frug der Förster: „Hast' Dich auch erinnert,
wie ich auf der Herrenwiese beim Tanz dem gelben Anton
zum Lohn für den Spott, den er der Anna anthun wollte,
die langen Stelzen beschlug? Es thut mir heut' noch gut,
daß ich ihm damals so vollwichtig hinter die Löffel schlug!“
„Ja, Hans, Du bist fuchswild gewesen“, bestätigte Wieder—
hold „und ich glaube, wir beide hätten die anderen alle aus
Rock und Kamisol geklopft, wenn sie nur gemuckst hätten.“
„Sie thaten es aber nicht, denn sie gönnten dem „Langen“
die verdienten Schmisse.“ Nachdem der Förster eine Weile
vor sich hingesehen hatte, ohne ein Wort zu reden, frug er
den Obersteiger:
„Wie geht es Dir, Paul? Sind Deine Frau und
Tochter noch immer wohlauf? Seitdem ich auf dem „Greifen—
stein“ bin, komme ich so selten nach Kleinmerfeld und ist
dies dann und wann einmal der Fall, dann — —“
            
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