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ihm in übermüthigen Bürgern und Advokaten und noch
übermüthigern dummen Bauerngutsbesitzern Wächter und
Vormünder ....“
„Mag sein, lieber Vater, davon verstehe ich nur wenig“,
fiel Dorothea ein, „ich frage Dich ja nur in Bezug auf die
heutigen Auftritte hier in unserer Stadt ... Ist es denn
wahr, daß Bartholdy in Folge einer ihm von Seiten des
Fürsten zu Theil gewordenen Mißhandlung gestorben ist?“
„Dora“, rief der erstaunte Rath, „wie kannst Du, die
vernünftige Tochter des Polizeiraths von Müldner, solchen
Unsinn nachsprechen?“
„Verzeihe, mein Vater“, entgegnete sanft das Mädchen,
„ich spreche es ja nicht nach; und möchte nur wissen, was
an dem Gerede ist, das in so vielen Abweichungen in aller
Leute Mund umhergetragen wird .. ..“
„Lüge, nichts als Lüge und Uebertreibung, liebes Kind“,
sprach der Rath. „Siehe, der Vater Bartholdy war bei dem
Fürsten, um für den Fritz dessen Gnade und Verwendung
anzuflehen . .. Es ist ein braver Mann, der Bartholdy,
das muß sein Feind ihm lassen, aber hitzig und — was
noch schlimmer ist — auch frei gesinnt ... Der Fürst soll
ihm die Thüre gewiesen haben, so sagt man, da wird wohl
der aufgeregte Meister sich erhitzt und in seinem Aerger einen
zu kalten Trunk gethan haben, da — hat ihn ein Schlag—
anfall getroffen, und für dieses Unglück wird nun der Fürst
verantwortlich gemacht. Das ist die ganze Geschichte.“
„Ja, ja“, seufzte die Jungfrau, „ein großes, ein schweres
Unglück ist es, von dem die Familie in wenig Wochen so
plötzlich heimgesucht worden ist. Erst den Sohn ohne Ursache
in den Kerker geworfen, dann den Vater auf das Todten—
bett .. .. das ist mehr als ein armes Menschenherz er—
tragen kann. Wie dauert mich die gute Frau Bartholdy!
Ach wenn ich sie nur trösten, ihr nur helfen, könnte“, schloß
Dorothea, und daß dieser Wunsch aus dem Grunde eines
reinen und edlen Herzens kam, das bekundete eine Thräne,
die in ihrem schönen Auge schimmerte.