Full text : Feierabend-Stunden

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„Ich auch nicht“, pflichtete Wilhelm bei, „und werde
mich auch schlicht Hillmann nennen, obgleich ich auf Veran—
lassung des Fürsten unter dem Namen Hillmann von Scheff—
raneck in den österreichischen Adelsstand erhoben worden und
gegenwärtig beurlaubter Offizier im Infanterie-Regiment
Fuͤrst Schwarzenberg bin.“
Fritz Born reichte dem Freund gratulirend die Hand und
seine Mutter schlug erfreut und verwundert die Hände zusammen.
„Ja, ja“, sprach sie, „unser Fürst ist trotz seiner Mängel
und Schwächen immer ein guter und edeldenkender Mensch
gewesen und sein Andenken soll uns gesegnet sein.“
Bis nach Mitternacht saß die kleine Gesellschaft beisammen
und Wilhelm und seine Mutter wurden nicht müde, ihre
Erlebnisse im Verlaufe der letzten Jahre den gespannt Lauschen—
den zu erzählen. Aus Allem ging hervor, daß Fürst Ludwig
soviel als möglich seinen Jugendfehler an seiner einstigen
Geliebten und ihrem Kinde wieder gut zu machen bemüht
war; an Mitteln hierzu fehlte es ihm bekanntlich nicht und
seinem Einfluß verdankten Beide ein wohlwollendes Ent—
gegenkommen in Böhmen und Oesterreich, wohin und an
wen sie sich auch wendeten. So kamen sie, mit Pässen und
Empfehlungen an die damals einflußreichsten Persönlichkeiten
oersehen, auch in St. Johann-Saarbrücken an, ohne hier von
einer Seite belästigt zu werden. Wlaska, Wilhelms Mutter,
jetzt Freiin von Scheffraneck, kannte ohnedies Niemand hier
und in dem jungen schönen Cavalier hatte wohl keine Seele
mehr den armen Findling und späteren Forstjungen erkannt.
Verlassen wir die kleine Gesellschaft bei ihren Erzählungen
aus den hinter ihnen liegenden Tagen des Leides, der
Freude, der Furcht und der Hoffnung, die ein jeder von
ihnen in so reichlichem Maße durchzumachen hatte, bis Gott
am Ende noch Alles zum Guten hinauszuführen wußte, und
wenden wir uns zum Schluß noch einmal dem Manne zu,
dem in unserer wahren Geschichte eine Hauptrolle zu spielen
beschieden war.
Am Morgen, wo Fritz Born seine Vermählung zu feiern
im Begriff war, ging Jakob Hillmann nachdenkend in seinem
            
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