Full text : Feierabend-Stunden

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gerne mich zufrieden geben; sie sind aber gefährlich und
wirken wie Oel in lodernde Flammen geschüttet!“
„Du magst wohl Recht haben, aber .... höre, da
kommt endlich der Vater!“ rief froh die alte Frau. Sie
öffnete die Thüre und auch die Windhunde hatten sich erhoben
und sich gravitätisch vor den Eingang postirt, um ihren lange
nicht gesehenen Herrn zu empfangen.
Dieser trat klirrenden Schrittes in das Gemach und ohne
seinen durchnäßten Uniformstock anszuziehen, bot er seinem
Kinde die Hand und sprach besorgt:
„Ihr habt heute lange auf mich warten müssen und Euch
gewiß sehr geängstigt in dieser schrecklichen Nacht!“
„Weniger hat mich das Gewitter als Deine lange, lange
Abwesenheit in Angst versetzt“, entgegnete Dorothea sanft,
den Vater herzlich liebkosend.
„Der Dienst hat mich heute außerordentlich in Anspruch
genommen, meine Lieben, so in Anspruch genommen, daß
ich in der That kaum Zeit hatte, an Euch zu denken.“
Nach einer kleinen Pause fügte er beruhigend hinzu:
„Es ist ja nicht immer so ... und die Ruhe wird wohl
bald wieder in die Gemüther und dann auch in unserein
Heim einkehren.“
„Gebe es der liebe Gott .... doch jetzt komme und
mache es Dir bequem.“ Dorothea ging mit diesen Worten
mit dem Vater in ein angrenzendes Zimmer und reichte ihm
Alles, was er zum Umkleiden benöthigt war.
Lange währte es nicht, da saß der Polizeirath bei den
Seinigen im traulichen Kreise. Während Else beschäftigt
war, den Thee zu bereiten, ordnete Dorothea die Tassen und
Teller zu der Abendmahlzeit, welche durch die lange Abwesen—
heit des Rathes, bei den Frauen jedoch noch mehr durch den
Eintritt des heftigen Gewitters sich bis zu so später Stunde
hinausgezogen hatte. Während des Thees wurde nur wenig
und Oberflächliches gesprochen: jede der drei Personen, schien
zs, war mit ganz besonderen Gedanken beschäftigt und die
sonst gewohnte heitere Unterhaltung während des Tisches
            
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