Full text : Feierabend-Stunden

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Vermögen von der Republik eingezogen und er selbst auf
die Liste der Proscribirten gesetzt worden.
„Jetzt mein Geliebter“, schrieb Christine zum Schluß,
„weißt Du Alles, was Du wissen sollst. Wohin mich das
Schicksal mit meinem Vater führt, weiß ich vorläufig nicht.
Mein Vater ist tief bedrückt und verschlossener als je; er
ist geistig gebrochen und willenlos muß ich ihm folgen. Aber
was die Zukunft auch bringen mag, eines weiß ich, überall
werde ich an Dich denken und Dich lieben bis zum Tode.
Eine gute Ahnung sagt mir, daß ich Dich wiedersehe.“ In
diesem Tone schrieb das liebende Mädchen noch Vieles; aber
auch an ernsten Worten war das Schriftstück reich und
schloß folgendermaßen: „Wir gehen im staatlichen Leben
stürmischen Zeiten entgegen, Fritz, und ich bedaure, daß ich
kein Mann bin, um die Schmach und Schande rächen zu
helfen, welche die Franzosen über unser Land und Volk
gebracht haben. . .. Viel edles Blut schreit um Rache und
der Herr wird ihr Vergelter sein ... Lebe wohl, geliebter,
heiß und innig geliebter Mann und vertraue dem Glücke
unserer Liebe und Deiner ewig treuen Christine von
Hammerstein.“

XII.

ccc

Das Wiedersehen.
Born trat, mit den widerstreitendsten Empfindungen
kämpfend, den Weg nach Hause an. Er hätte aufjubeln
mögen vor Glück über den neuen Beweis treuer und inniger
Liebe, mit der ihm Christine zugethan war, und dann zog
der Schmerz ihm wieder das Herz zusammen, daß es ihm
nicht mehr vergönnt war, sie noch einmal zu sehen und noch
einmal den Wohlklang ihrer Stimme zu vernehmen. Alles
aber, was sie ihm schrieb, war ihm wie mit ehernem Griffel
ins Herz geschrieben.
Als er seiner Mutter das in Brebach Erlebte erzählt und
die Andenken zur Aufbewahrung übergeben hatte, da konnte
            
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