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im Hause ihres Vaters weilt, und wenn ich zurückkehre, dann
— ein Weiteres.“
Mit diesen Worten erhob sich Fritz; er reichte seiner
Mutter bewegt die Hand, und als er aus dem Zimmer ver—
schwunden war, fiel die alte Frau auf den Stuhl zurück,
faltete die Hände zum Gebet und leise, leise tönte es von
ihren Lippen: „Gott, beschütze mein Kind! Ach! ich kann
mich der schlimmen Ahnungen nicht erwehren, die meine
Brust erfüllen.“
Ohne an etwas Bestimmtes zu denken, fast wie ein
Träumender, ging Fritz seinen verhängnißvollen Weg und
war eher in Brebach, als er ahnte. Erst hier wurde ihm
der Zweck seines Ganges wieder klar. Am Hause des Prä—
sidenten angekommen, hob er besorgt den schweren messingenen
Klopfer, der in der Mitte eines Löwenrachens von gleichem
Metall an Stelle der heutigen Schelle angebracht war. Hohl
schallten die Schläge in dem Corridor wieder; endlich erschien
Ella, die alte Haushälterin des Präsidenten, und öffnete.
Als sie den ihr bekannten jungen Bildhauer erblickte, fuhr
sie erschrocken zurück. Doch schnell war sie auch wieder gefaßt.
„Ach! Herr Born, sind Sie es denn wirklich?“ rief die
alte Frau, „wo waren Sie so lange, daß Sie von sich weder
etwas hören noch sehen ließen! Doch Gott sei gedankt, daß
Sie endlich kommen,“ fuhr sie erfreut fort, indem sie ihn
in das Besuchszimmer führte, „wie hat das Fräulein so
lange, lange und vergeblich auf Kunde von Ihnen gewartet.“
„Sind denn meine Briefe nicht an das Fräulein gelangt?“
frug Fritz überrascht. „Ach! jetzt erkläre ich mir auch,
weshalb ich ohne jede Nachricht von Christinen — von dem
Fräulein geblieben“, verbesserte er sich.
„Nichts, nichts ist von Ihnen angelangt“, entgegnete
die Alte, „und als vorgestern der gnädige Herr plötzlich
abreiste, wohin — das weiß ich nicht, gab mir das Fräulein
dieses Packet für Sie, denn Christine sagte ganz bestimmt,
daß Sie kommen und nach ihr fragen würden.“ Sie öffnete
ein Pult und reichte dem Gaste ein mit einem rothen Seiden⸗
band umwundenes Packet.