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hof umgeben, schwankten wie Schilfhalme hin und her, und
der den grell und hellflammenden Blitzen anhaltend folgende
Donner, das Rauschen des Wasserfalls und das Getöse der
benachbarten Mihlen vollendeten das Bild einer grauenvollen
Nacht. Kein Wunder, daß den beiden sich in dem großen
unheimlichen Gebäude allein befindlichen Frauen nicht gut
zu Muthe war, zumal sich zu dem unheimlichen Wetter einer
Gewitternacht noch die Angst um den abwesenden Vater und
Hausherrn gesellte.
Dorothea schien in tiefe Gedanken versunken zu sein;
ein Buch, in dem sie gelesen, lag auf ihrem Schovyß und,
das Haupt sanft geneigt, schaute ihr blaues Auge wie träu—
mend vor sich nieder. Else hingegen saß am Rocken und
spann; fast unhörbar drillte sie das zierliche Rädchen. Auch
ihre Gedanken schienen trotz Wetter und Sturm ganz wo
anders zu sein, als in der Gegenwart und erst, als einem
hellaufleuchtenden Blitz ein Mark und Bein erschütternder
— sofort folgte, stellte sie ihre Beschäftigung ein und
prach:
„Gott sei uns gnädig!“ und Dorothea fügte, die Hände
faltend, hinzu:
„Und lasse bald den Vater zu uns zurückkehren!“
„So lange das Wetter tobt, werden wir allein ausharren
müssen“, entgegnete Else, „es ist ja keinem Menschen mög—
lich, sich in diese grauenvolle Nacht hinauszuwagen!“
Deßhalb hat der Herr Stadtkommandant wohl auch in
seinem Anschlag befohlen, daß Niemand des Abends auf der
Straße sich ohne eine brennende Laterne sehen lassen darf“,
warf Dorothea ironisch ein; „ich muß jedesmal lachen über
diese sonderbare Maßregel, wenn ich die guten Leute herum—
wandeln sehe gleich den Glühwürmchen um die Johannizeit.“
„Stille, stille, Herzenskind, mit diesen Sarkasmen“, warnte
Else, „Du weißt, daß der Vater kein Freund von Redens—
arten ist, durch welche die hochobrigkeitlichen Anordnungen
ins Lächerliche gezogen werden!“
„Ach! Else“, erwiderte die Jungfrau, „wenn diese An—
ordnungen nichts mehr als lächerlich wären, wollte ich noch