Full text : Feierabend-Stunden

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„Verborgene Schätze“ — entgegnete der Andere, „die
glaubt wohl selbst Ehrmann hier nicht mehr zu suchen: es
ist ihm wohl mehr darum zu thun, nach Paris berichten zu
können, daß er die Asche einiger deutschen Tyrannen den
Winden preisgegeben habe. Fuͤr ihre Schätze hat er wohl
einen andern Behälter, und braucht er sicherlich uns nicht,
dieselben zu heben.“
„Ich meine das ebenfalls“, sprach der Zweite, „habe
auch nicht länger Lust, mich hier in dieser Gegend aufzuhalten
und für Andere die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Ich
habe einen Plan, Jules, den ich Dir morgen mittheilen
werde. Hier, scheint es mir, ist ohnehin unsere Rolle so
wie so bald ausgespielt, und auf eine Hand voll mehr oder
weniger kommt es nicht an.“ Er griff in die Tasche und
zog eine Flasche hervor und nachdem er einen tüchtigen Zug
gethan, reichte er dieselbe seinem Kameraden. „Trink“, sprach
er, „und laß uns ans Werk gehen.“
Der Andere that, wie ihm geheißen, und die Flasche
zurückreichend, entgegnete er:
„Ich habe keine Lust, mich an den Todten zu vergreifen,
bin nie ein Freund von Knochen gewesen, und will auch
die meinigen nicht länger dem Ehrmann zu Liebe hier feil
tragen.“
„Sei kein Narr, Jules“, — beruhigte der Andere;
„habe Geduld, auch unsere Zeit wird kommen. Ich habe
einen Plan.“
„Was kümmern mich Deine Pläne“, fiel Jules seinem
Genossen in die Rede, — „rufe die Uebrigen, damit sie
helfen. Sie waren überall dabei, wo es galt, werthvollere
Kasten zu leeren, als diese hier, darum können sie auch
Hand anlegen, wo wenig oder gar nichts dabei heraus—
kommt.“
Du bist ein furchtsamer Hase!“ höhnte der Zweite mit
lallender Zunge, „es ist die reine Furcht, die aus Vir spricht.
Laß uns wenigstens sehen, wie es hier aussieht.“
Mehrere Stimmen ließen sich jetzt von oben hören. „Wie
steht es da unten?“ wurde gefragt, „habt Ihr etwas gefunden?“
            
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