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das wahre Martyrerthum zu hören, auch sind wir heute noch
weit entfernt, Dich zur Guillotine befördern zu wollen. Wir
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der Schloßkirche zu erscheinen und zwar mit allen Schlüsseln,
welche sich in Deinem Verwahr befinden. Hörst Du, Bürger,
mit allen Schlüsseln, denn auch die Räume unter der
Kirche, wo die Fürsten und Aristokraten begraben liegen,
sollen einer gründlichen Inspection unterworfen werden und
dabei sollst Du uns mit Deinem Rath beistehen. Das wird
— ich will es hoffen — Dir wohl nicht schwer fallen und
auch nicht als Sünde erscheinen. Und wenn es dennoch der
Fall ist, schadet das auch nicht; das Vaterland — die
Republik — fordert in gegenwärtiger Zeit von seinen Bürgern
gar schwere Opfer. Das bedenke, Buͤrger, und sei mit den
Schlüsseln pünktlich bei der Hand.“
„Ich habe keine Schlüssel“, entgegnete der Magister, als
diejenigen, welche die Thüren zur Kirche öffnen, und werde
ich mit denselben in einer Stunde an Ort und Stelle sein,
wie Ihr es wünscht.“
„Wer ist denn in dem Besitz der übrigen Schlüssel?“
frug Ehrmann, „wenn Du sie nicht haben willst?“
„Ich weiß nicht, welche Schlüssel Ihr von mir fordert“,
antwortete Mahr; „ich kenne nur die Schlüssel, welche das
Gotteshaus öffnen; Schätze sind in demselben nicht aufzu—
bewahren; Taufbecken und Abendmahlskelch sowie das Cruzifix
sind im Interesse der Nationalwohlfahrt schon längst über
die Grenze gewandert und sonst besaß unsere Kirche nichts
von Werth.“
„Ja, ja, arm an Mitteln und arm im Geiste“, höhnte
Ehrmann, „wir wissen das! Doch kommt nur wir haben
schon viel zu viel Zeit durch Reden verloren!“ Damit ent—
fernten sich die beiden Volksbeglücker, im Fortgehen noch
lächelnd und spottend über die Frömmigkeit des würdigen
Magisters.
So frech das Revolutionsgesindel auch sonst war, wegen
der Nähe der Deutschen und wegen der Gährung, welche in
Folge der Brandlegungen in beiden Städten nicht nur, son—
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