Full text : Feierabend-Stunden

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wußten nicht, was beginnen; die Rotte Archiers und Ehrmanns
aber lachte und spottete über die vor Furcht und Schrecken
geisterbleichen Einwohner, welche gerne helfen und retten
wollten, aber nicht zugelassen wurden; auch die Hülfe, welche
von St. Johann heruͤberkam, wurde mit Kolbenstößen auf
der Brücke zurückgewiesen, denn bis zum Boden sollte die
Burg des Feudalismus zerstört werden, so hatte Ehrmann
es gewollt. Und zu seiner teuflischen Freude griffen die
Flammen immer weiter um sich; Tageshelle verbreiteten
sie weit ringgumher und der Himmelsbogen wölbte sich über
dem Bild der Zerstörung und des Gräuels wie im Purpur—
glanze der Morgenröthe. Eine Stunde lang raste die Feuers—
brunst, ehe Jemand die helfende Hand erheben durfte, und
bereits stand auch der mittlere Flügel des Schlosses in
Flammen, als General Delaunay auf dem Platze erschien:
dem republikanischen Soldaten war das anmaßende und
brutale Auftreten der beiden Volksrepräsentanten längst
zuwider, und mit Aerger und Groll nur leistete er ihren
Anordnungen Folge, weil andernfalls sein Kopf auf dem
Spiele stand. Die im linken Schloßflügel befindlichen kranken
Republikaner öffneten die Fenster und riefen um Hülfe, und
es war hohe Zeit. Delannay befahl, daß die Soldaten,
welche die Bürgerschaft von der Brandstätte absperrten, zurück—
gezogen und im Verein mit den Bürgern retten und löschen
helfen sollten, und ging selbst mit dem aufmunterndsten
Beispiel voran. Mit Wasser war dem Flammenmeer wenig
beizukommen; die Brandstätte lag zu hoch, als aber die
Handwerks- und Zimmerleute beider Städte in Action
getreten waren, da wurde durch Einreißen der Dachwerke
u. s. w. dem Umsichgreifen der Flammen mit vieler Anstreng—
ung endlich Einhalt gethan. Es waren drei Männer, Zim—
mermeister Eschrich und zwei Andere, welche man nicht
kannte, denen die Menge instinktmäßig gehorchte und deren
Anordnungen aufs pünktlichste Folge geleistet wurde. Die
beiden Unbekannten aber waren Niemand anders, als der
Steinmetz und Bildhauer Fritz Born und sein Freund, der
Pfiffer⸗Jakob.
            
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