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dunklen Nachthimmel empor. Es war ein grauenhafter
Anblick, den fürstlichen Bau so der Vernichtung des zer—
störenden Elements preisgegeben zu sehen.
„Mein Gott, mein Gott!“ stieß der in seinen Mantel
gehüllte Beobachter aus, „kannst du ungestraft solchen Frevel
geschehen lassen?“ Eiligst entfernte er sich von dem Schau—
platz des Gräuels, und Jakob folgte ihm auf dem Fuße.
Im Glanze des Flammenscheins befanden sich jetzt die Beiden
und wollten aneinander vorüberstürzen; doch der Pfiffer—
Jakob blieb stutzig vor dem Anderen stehen: „Ist es möglich“,
frug er, „täusche ich mich nicht, bist Du es wirklich?“
„Eilt, Eilt!“ rief der so Angeredete, „eilt und verkündet
die neue Heldenthat Euren Landsleuten; was kann es Euch
kümmern, wer ich bin?“
Feuerruf seitens der Bürger und das Geschrei der repu—
blikanischen Soldaten: „aux armes, aux armes!“ tönten jetzt
wild durcheinander, denn die letzteren wußten von dem Höllen—
anschlag Ehrmanns und seines Genossen Archiers nichts;
fluchend und wehklagend stürzten die Handwerker und Bürger
zur Rettung herbei, wurden aber von der Mordbrennerbande
nicht zugelassen. In diesem Augenblicke trat der Pfiffer—
Jakob dicht an den Vermummten und sprach:
„Ich begreife, daß Du mich nicht kennst, Fritz Born, in
dieser Verkleidung muß ja der Jakob Dir fremd sein. Folge
mir, ich danke Gott, daß Du in dieser Stunde bei der Hand
bist! Komme schnell, in Deiner Tracht ist's gefährlich, heute
aufzutreten, besonders für Dich.“
Erfreut blieb Born stehen. „Jakob“, rief er dann freudig
erregt, „wo hast Du gesteckt, daß ich Dich nirgends gefunden
habe Wie kommst Du zu dieser Verkleidung?“ frug er
weiter; aber Hillmann zog den Freund mit sich fort, denn
das Gedränge und die Verwirrung vor dem Schloßplatze
wurden immer größer und es war, als ob in dem Flammen—
schein des brennenden Schlosses die Furien der Hölle sich
ein Rendezvous gegeben hätten. Die Soldaten, welche den
Brand einer ganz anderen Ursache zuschrieben, fluchten und