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Bald darauf trat ein Wachtmeister herein und verlangte
ruhig ein Glas Bier; er hatte schon zum Oefteren die
Wirchschaft besucht und machte vor vielen seiner Landsleute
die günstigste Ausnahme. Nachdem er die Gäste ins Aug'
gefaßt hatte, wandte er sich an Walther und frug:
„Haben Sie schon gehabt heute Streit in dem Hause,
Monsieur Henry.“
„Daß ich nicht wüßte, Herr Brigadier“, entgegnete dieser
so freundlich und unbefangen als möglich; „es war auch noch
Niemand hier, als diese Nachbarn und mit denen bekomme
ich keinen Streit.“
„Ist nicht hier gewesen Monsieur François“, frug der
Brigadier weiter, „und hat Disput gehabt mit Monsieur,
Monsieur . .. ohb bien, wie heißt sich der Mann?“
„Ah! der rothe Franz, Monsieur Frangçois, wie er jetzt
sich nennt, ja, der war hier“, fiel der Küfer Schneider ein,
„aber Streit hat er keinen gehabt mit dem Monsieur Jakob
Hillmann, der vor wenigen Minuten fortgegangen ist. Die
Beiden sind Jugendkameraden, doch kann einer den andern
nicht leiden, deßhalb reiben sie sich manchmal gern, und das
war auch heute Morgen wieder der Fall.“ Dies Alles
erzählte der Küfer im besten Französisch.
Der Brigadier sah verwundert auf.
„Monsieur François“, wandte er sich zu den Männern,
„scheint ein böser Mensch zu sein, den ich nicht leiden mag;
er will Monsieur Jakob in Prison bringen und ist zu
Monsieur Archier gegangen. Also Monsieur Jakob ist nach
Haus gegangen? Nun, sagen Sie ihm, daß er wird gesucht
und er sich nicht fangen lassen soll von seinem ami, diesem
Monsieur François, dieser Canaille. .. Adieu, Messieurs!“
Hiermit ging der Mann, der sich nur ungern zum Werk—
zeug des rothen Franz beordert sah, den Gästen zunickend
und dem Wirth die Hand reichend.
Der rothe Franz aber fluchte und tobte, als er trotz
der eifrigsten Nachforschungen nochmals sein Opfer entschlüft
sah und schwur bittere Rache Allen, die, wie er wähnte,
ihre Hände dabei im Spiele gehabt haben.