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„Jakob!“ sprach er in ernstem Tone, „Jakob, wenn der
rothe Spitzbube hiervon Kenntniß hat, dann wahrlich wun—
dert's mich, daß er Dich dem Archier noch nicht denuncirt
hat; auf alle Fälle aber, glaube ich, hält er die Zeit hierfür
noch nicht gekommen. Ich würde Dir rathen, daß Du Dich
für kurze Zeit unsichtbar machen solltest.“
„Ja, ja! Das thue, Jakob!“ riethen die Uebrigen wie
aus einem Munde.
„Was, ich soll vor dem Verräther, diesem schändlichen
Menschen, mich verkriechen oder gar die Flucht ergreifen?“
frug entrüstet der junge Mann.
„Besser so“, entgegnete der Sporenmacher, „als den Kopf
unter die Guillotine legen, und hiermit würden die blut—
dürstigen Commissare sicher Deine That lohnen. Und wer
weiß, vielleicht auch Deiner Braut könnte es nicht besser
ergehen.“
„Sie und ihr Vater sind bereits in Sicherheit“, sagte
Jakob; „der Letztere wäre um keinen Preis mehr hier
geblieben und nur durch vieles Zureden ist Katharina ihren
Eltern gefolgt.
„Ja, das ist ein braves Mädchen und Deiner ganzen
Liebe werth“, nickte Frau Walther beifällig und ging hinaus
in die Küche. Es währte jedoch nicht lange, da kehrte sie
fast athemlos in die Wirthsstube zurück und rief:
„Fort, fort, mach' Dich schnell fort, Jakob! Hinter dem
Küchenfenster, das in den Garten führt, sah ich den Franz
mit zwei Gensdarmen reden und herüber nach unserm Hause
zeigen und dann eiligst wieder verschwinden. Das hat nichts
Gutes zu bedeuten, ich ahne es!“
„Auf jeden Fall kann Vorsicht nichts schaden“, meinte
auch Vetter Henrich, „komm Jakob, ich verberge Dich, daß
selbst meine Frau Dich nicht finden soll. In dieser Zeit
muß man für Alles gesorgt haben.“ Ohne eine Antwort
abzuwarten, nahm er den Pfiffer-Jakob am Arm und zog
ihn mit sich fort. Die VUebrigen setzten sich ruhig an ihre
hhnlichen Plätze und harrten der Dinge, die da kommen
ollten.