Full text : Feierabend-Stunden

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Der Rothe lachte höhnisch und sagte im Weggehen.
„Bist wohl sehr ärgerlich, daß Deine Hofküferschaft mit der'
ganzen fürstlichen Wirthschaft so bald zusammengebrochen
ist? Nicht wahr! Hast aber keine Ursache dazu, kannst ja jetzt
Dein ehemaliges Metier, die Wilddieberei, ganz ungefährdet
ausüben. Was übrigens Deine Drohung betrifft, so soll sie
mir nicht vergebens eine Warnung sein.“ Damit ging er.
„Hol' Dich der Teufel!“ rief ihm der Küfer nach; dann
aber wandte er sich zum Pfiffer-Jakob und warnte: „Jakob,
dieser Bube führt nichts Gutes gegen Dich im Schild; ich
sah es ihm an seinen schlechten Augen an. Aber sprich,
was wollte er sagen mit dem Ritt nach Zweibrücken“, setzte
Schneider leise hinzu; „mir scheint, daß Dir der Rothe
damit einen Hieb versetzen wollte.“
„Wohl möglich“, erwiderte der junge Hillmann nach—
denklich; „aber woher sollte er es erfahren haben?“ sprach
er mehr zu sich selbst als zu den Andern.
„Was denn?“ frugen der Küfer und der Hofbrunnen—
macher zugleich.
„Ich will es Euch sagen, denn ich weiß, daß Ihr Männer
seid, die zum Fürsten halten in guten wie in schlimmen
Tagen. Ich vermuthe, daß der Lump mich gesehen hat,
wie ich mit dem Fürsten noch kurz vor seiner Flucht zusammen
war.“ Jakob erzählte den Vorgang, wie unsere Leser ihn
bereits kennen, und als er fertig war, reichten ihm alle die
Männer, welche ihm spannend zugehört hatten, die Hand.
„Jakob, das war brav und rechtschaffen von Dir“, sagte
Walther, „auch wir hätten nicht anders handeln können,
Du aber bist der rechte und brave Kerl hierzu gewesen.
Der Fürst wird nicht vergessen, wenn er zurückkommt, was
Du ihm in der Zeit der Noth gewesen und was Du unter
gefahrvollen Umständen für ihn gethan hast.“
„Und Gott wird Dich segnen für die schöne That“,
fügte die Frau Wirthin bei, sich mit der Schürze eine helle
Thräne abwischend.
Nachdenklich ging der Küfermeister mehrmals in dem
Zimmer auf und ab, dann blieb er vor Jakob stehen.

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