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„Nichts Uebles,“ begütigte mit treuherziger Miene der
Wirth; „denn ich habe in der That keinen Tropfen Wein
mehr im Keller und was den reinen Korn anbelangt, so
ist es ja bekannt, daß der in französischen Kreisen nicht
getrunken wird.“
„Vetter Henrich“, warnte der Pfiffer-Jakob, „der ehe—
malige fürstliche Herr Forstgehülfe weiß besser als die Eigen—
thümer, was auf den Speichern und in den Kellern verborgen
gehalten wird und wenn es Euch möglich ist, entsprecht
seinem Verlangen. Ich zum Beispiel würde Alles aufbieten,
in jetzigrr Zeit solche Leute mir nicht zum Feind zu machen.
Sie spielen eine zu wichtige Rolle, um sie unberücksichtigt
zu lassen.“
„Wie lange noch?“ warf Küfer Schneider ein, und sein
ohnehin carminrothes Gesicht wäre noch röther geworden,
wenn's möglich gewesen, denn er konnte den „Rothen“,
nämlich den rothen Franz, nicht den rothen Wein, gar nicht
ausstehen.
„Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht“,
meinte der mit dem nassen Element betraute Brunnen—
macher.
„Oder man reitet so lange in landesherrlichen Missionen
als Warner nach Zweibrücken, bis Roß und Reiter den
Hals brechen“, sagte jetzt bedeutungsvoll der Rothe, dabei
seinem Feinde, dem Pfiffer-Jakob, einen giftigen Blick
zuwerfend.
Keiner der Anwesenden ahnte die Beziehung dieser Worte.
Der Pfiffer-Jakob aber ging jetzt ruhig auf den ehemaligen
Forstgehülfen zu, stellte sich vor ihn hin und sagte, jedes
Wort gepreßt herausstoßend:
„Franz! ich weiß nicht, wie und wo einst Deine traurige
Rolle enden wird, aber eines möchte ich Dir dennoch rathen:
Suche zu vermeiden, daß künftighin sich unsere Weg jemals
kreuzen, es könnte sonst leicht passiren, daß ich Dir endlich
die Schuld abtrüge, die mich schon so lange drückt. Noch
einmal: hüte Dich in Zukunft vor mir!“