Full text : Feierabend-Stunden

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ist, daß der ganze französische Troß, auch die braven Com—
missare und ihre Helfershelfer in der größten Unordnung
wieder hier angekommen sind; sie haben bereits die Saar
passirt, Alles ist eingepackt und jenseits Saarbrücken trans—
portirt worden. Die Vorposten im Köllerthal und Dud—
weiler sind eingezogen worden und letztere haben sich nach
St. Ingbert begeben, um das dortige französische Corps zu
verstärken.“
„Die Verwirrung unter den Franzosen in der Stadt ist
unbeschreiblich“, erzählte der eben eintretende Küfer Schneider,
„Alles läuft durcheinander und man ergötzt sich nicht wenig
an ihrer Bestürzung und an ihren vergeblichen Bemühungen,
ihre Furcht zu verbergen.“*)
Dieser Austausch franzosenfeindlicher Gesinnungen sollte
indeß nicht lange währen. Der rothe Franz kam direkt auf
das Haus zu.
„Stille, stille!“ winkte jetzt Frau Henrich, „der rothe
Franz, der freche Schurke, wagt es in der That, zu uns
herein zu kommen ..“
Die Frau konnte nicht aussprechen, da öffnete sich schon
die Thüre und der Genannte trat mit kurzem Gruß in das
Wirthszimmer. Kaum wurde ihm gedankt. Er verlangte
einen Schoppen Wein.
„Thut mir leid“, sagte der Wirth, „bin nicht mehr mit
Wein versehen; die Franzosen, Eure lieben Landsleute, haben
mir gründlich davon geholfen. Würde Euch gern einen
reinen Korn anbieten, aber ein solcher ist für Leute Eures
Gleichen nicht mehr gut genug . ..“
„Was wollt Ihr mit dem Wort „Landsleute“ sagen,
und weshalb Euer Hohn überhaupt?“ frug der rothe Franz
anscheinend ganz ruhig.

*) Gerade so war dies der Fall, als am 4. August 1870, zwei
Tage vor der Schlacht am Spicherer Berg, der in unserer Lokal-Chronik
berühmt gewordene Braunschweiger Husar von St. Johann über die
alte Brücke bis an den Schloßberg sprengte und Furcht und Schrecken
unter die daselbst befindlichen Franzosen brachte.
Anmerkung des Setzers.
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