Full text : Feierabend-Stunden

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das Land verwalteten oder vielmehr verheerten, mit Leib und
Seele verkauft. Was die Teufel in Menschengestalt, Archier
und Ehrmann, diese würdigen Volksrepräsentanten, von fürst—
lichem und auch bürgerlichem Eigenthum nicht aufstöbern
konnten, der rothe Franz fand es, denn wie kein Anderer
wußte er Bescheid überall. „Kein Haufen lumpiger aus—
gehungerter Beduinen (schreibt ein Augenzeuge dieser Räube—
reien) kann mit einer größeren mordgierigen Wuth über das
Gepäck der getödteten Reisenden herfallen, als die war, mit
welcher diese Schurken über das Eigenthum des Fürsten und
der Privaten herfielen. Was sie nicht fortbringen konnten,
wurde zerstört und selbst die Gebäude in Ruinen verwandelt.
Es war gegen Ende des September 1793, als in der
schon im ersten Kapitel erwähnten Wirthschaft zum „Stiefel“
in St. Johann mehrere Bürger sich auf einige Minuten
zusammengefunden hatten und über die Kriegsereignisse sich
unterhielten, welche sich in allernächster Nähe zutrugen.
Unaufhörlich rollte der Donner der Kanonen in der Nach—
barschaft.
„Das ist Musik für meine Ohren“, sagte freudig erregt
der ehemalige Hofbrunnenmacher Haupt; „seit gestern fühle
ich mich ordentlich wie neu belebt und auch bei meinen Frau—
leut ist dies der Fall; meine Tochter, die noch vor wenigen
Monaten bei dem Gedanken der Möglichkeit eines Kampses
in unserer unmittelbaren Nähe in Ohnmacht gefallen wäre,
sie jauchzt jetzt bei der Gewißheit. Ach! werden die Preußen
siegen? fragt sie in einem fort, werden sie unseren Bedräng—
nissen ein Ende machen?“
„Gestern“ — erzaͤhlte ein Anderer — „am 27. Septem—
ber sind die Franzosen bei Blieskastel in ihren durch Natur
und Kunst sehr festen Positionen von den Deutschen angegriffen
und aus denselben verjagt worden. Auch in St. Jugbert
werden sie sich nicht halten können und ich glaube, sie werden
sich bald wieder hierher zurückzuziehen, denn sie fürchten,
abgeschnitten zu werden.“
„Was mich ganz besonders freut“, fiel der Pfiffer-Jakob
ein, der sich mittlerweile ebenfalls eingefunden hatte, „das
            
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