Full text : Feierabend-Stunden

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„Ich gebe Dir einen Schein mit,“ entgegnete der Fürst
und gab sofort den Befehl, ein Pferd heimlich an die bezeich—
nete Stelle zu schaffen.
Dem Pfiffer-Jakob aber reichte er die Hand, desgleichen
that auch die Fürstin, welcher Thränen der Rührung in den
Augen schimmerten.
Eine halbe Stunde von Jägersberg ritt ein fürstlicher
Diener langsam des Weges dicht am Waldessaum; kein
menschliches Wesen war zu hören und zu sehen, und nur
die Raben flogen in großen Schwärmen auf und nieder,
um auf dem wenig begangenen Pfade sich mit widerlichem
Gekrächze Nahrung zu suchen. Endlich vernahm der Reit—
knecht Männertritte, und als er Jakob Hillmann erblickte,
stieg er rasch vom Pferde; dieser schwang sich behende in
den Sattel und nach Austausch weniger Worte und eines
Händedrucks ritt der Warnungsbote seinem Ziele zu. Auch
der Knecht schlug den Weg zum Schlosse ein, Beide wähnten,
von Niemanden gesehen worden zu sein. Dem war' aber
leider nicht so. Der rothe Franz, der auf seinem Rund—
gange seinen Feind, den ihm verhaßten Pfiffer-Jakob, durch
den Wald gehen sah, konnte der Versuchung nicht wider—
stehen, dessen Wege zu belauschen, und hinter einem dichten
Gestrüpp verborgen, sah er dem ganzen geheimnißvollen Vor—
gange am Saum des Waldes zu. Ohne zu wissen, um was
es sich handle, sagte ihm sein Instinkt doch, daß Jakob zu
einer wichtigen und geheimnißvollen Mission ausersehen sei,
und Haß und Zorn erfüllte des Jägers Brust. Auf Rache
sinnend schlug er den Weg in die Stadt ein, aus welcher
die Expedition gegen den Zweibrücker Herzog schon abmar—
schirt war. Sie war von dem Volksrepräsentanten Citoyen
Blaux begleitet.
Jakob Hillmann that seine Schuldigkeit; er konnte dem
Herzog von Zweibrücken noch zu rechter Zeit die Kunde von
der ihm drohenden Gefahr bringen, und dem Letzteren gelang
es auch, mit knapper Noth derselben zu entrinnen. “ Manñ
stelle sich die Wuth der getäuschten Repuͤblikaner vor. Wohin
das Raubgesindel nur gelangte, zerstorte es mit ausgeprag⸗
            
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