Full text : Feierabend-Stunden

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durch die Aufpflanzung eines Freiheitsbaumes vor dem Saar—
brücker Rathhaus zu erkennen, an welchem der brave Oberst
Montigny die von ihm gefertigte Aufschrift anbringen ließ:
Arbre de la liberté planté par les soldats du premier
régiment d'infanterie, défenseurs des propriétés.“
Nach der Versetzung des Generals Sureau und der
Abberufung des Obersten Montigny riß bald die alte Unord—
nung wieder ein, und auf offener Straße mißhandelten jetzt
die Soldaten, welche sich von ihren Strapatzen erholt hatten,
Bürger und Offiziere; selbst ihre Obersten wurden auf pöbel—
hafteste Weise insultirt, und nur den energischen Maßregeln
des Generals Bournonville, des Chefs der Moselarmee, der
hierher berufen worden war, gelang es, die Ordnung wieder
einigermaßen herzustellen.
Von Jägersberg aus erließ Fürst Ludwig unterdessen,
getreu seinem Fürstenworte, immer noch Dekrete, durch welche
die Jagdfrohnden aufgehoben und die Leibeigenschaft für
immer abgeschafft wurde. Das letztere General-Dekret ist
vom 15. Februar 1793 datirt gewesen.
Unterdessen zeigten die Republikaner immer deutlicher,
wie und was sie sich unter der Mission dachten, die im
Namen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu erfüllen
sie sich die Aufgabe stellten.
Es war am 20. Februar, am welchem Tage unter den
in unseren Städten und der nächsten Umgegend liegenden
Franzosen eine ganz ungewöhnliche Regsamkeit zu beachten
war. Linientruppen, etwas Cavallerie war zum Ausrücken
bereit und eine große Zahl von fremdem männlichem und
weiblichem Gesindel warteten auf diesen Augenblick, den
Geiern gleich, um mitzuziehen, und mordend, sengend und
brennend über die Beute herzufallen, welche die französischen
Heere im Namen der Humanität in Deutschland zu machen
durch die sogenannten Volks-Repräsentanten angehalten wurden.
Diesmal galt es, eine Expedition auszuführen, welche
unter dem Befehl des General Landremont gegen den Herzog
bon Zweibrücken gerichtet war. Kein Mensch sollte etwas
            
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