Full text : Feierabend-Stunden

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Gewissenlosigkeit suchten sie einen blutigen und verzweifelten
Krieg zu entzünden.
Die französische National-Versammlung war wegen der
Kriegsrüstungen der Emigrirten und der Unterstützung, die
sie im Auslande fanden, sehr besorgt, besonders nach einem
Versuch, den die Emigrirten gemacht hatten, den General
Wimpfen, der im oberrheinischen Departement das Com—
mando führte, durch Bestechungen zur Auslieferung der
Festung Neu-Breisach zu bewegen, welches den feindlichen
Armeen einen bequemen Eingang in Frankreich verschafft
hätte. Die National-Versammlung sandte daher eine Depu—
tkation von vierundzwanzig Mitgliedern an den König, um
ihm ihre Besorgniß über die Gefahren, mit welchen Frank—
reich vom Auslande bedroht werde, zu schildern, und ihn zu
hitten, daß er die Kurfürsten von Mainz und von Trier,
'owie die anderen deutschen Reichsfürsten zu ernsten Maß—
regeln gegen die Rekrutirungen und kriegerischen Operationen
der Emigrirten auffordern, zugleich aber Anstalten machen
möchte, sie, wenn sie dieser Aufforderung nicht Gehör geben
sollten, mit Gewalt anzugreifen. Auch wurden sogleich An—
stalten getroffen, um sich auf den letzteren Fall gefaßt zu
machen. Es sollte eine Heeresmacht von 160000 Mann in
Marschbereitschaft gesetzt und in drei Armeen unter den
Befehlen der Generale Rochambeau, Luckner und Lafayette
vertheilt werden, wobei der König mit Genehmigung der
National-Versammlung den beiden ersten Feldherren den
Marschallstab ertheilte. Der Kriegsminister versprach zugleich,
die Grenzen zu bereisen, den Zustand der Festungen und
Truppen in Augenschein zu nehmen und alle militärischen
Angelegenheiten in Hinsicht des Krieges zu besorgen.

So war die Lage, als sich das Jahr 1791 seinem Ende
nahte, und wir führten den Lesern diesen kurzen Abriß der
damaligen Zeitgeschichte deßhalb vor die Seele, um das Nach—
folgende desto verständlicher zu machen.
            
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