Full text : Feierabend-Stunden

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„Ah!“ sagte gedehnt der Lieutenant; „richtig, habe schon
so was gehört. Bin erstaunt und weiß in der That nicht,
wie Ihr Vater einwilligen konnte, sein schönes Kind einem
ganz gewöhnlichen Menschen — einem bestraften Wildknappen
sogar — anzuvertrauen — —!“ Er wollte noch weiter
reden, aber Katharine trat mit aller ihr eigenen Würde vor
den Unverschämten und mit vor Zorn bebender Stimme
wies sie ihn zurecht:
„Herr von Lurberg! Sie erlauben sich viel einem
Mädchen gegenüber und scheinen zu vergessen, wo und bei
wem Sie sich befinden ...“
„Durchaus nicht, mein allerschönstes Fräulein; im Gegen—
theil, ich habe Sie mit Absicht aufgesucht, um Ihnen zu
jagen, daß auch ich Sie liebe und zu dieser Liebe von Ihrem
Herrn Papa sogar noch angespornt worden bin. Weiß
aicht, woher der plötzliche Umschlag. Doch hoffe ich, daß
trotz Ihrer sogenannten Verlobung mit jenem — Menschen
Sie mir doch auch noch etwas Neigung zuwenden werden.“
„Ich muß Sie bitten, Herr von Luxberg, in diesem Tone
nicht weiter fortzufahren und — mich zu verlassen.“
s, Da haben wir's“, höhnte der Lieutenant, „außer einem
Korb auch noch zur Thüre hinausgeworfen! Nun, werde
schon gehen, aber diese Blume bitte ich mir aus zum Zeichen
Ihrer Versöhnung, schönes Mädchen!“ Dabei trat er näher
an die Jungfrau heran und wollte eben seinen Arm um
ihre Taille schlingen, als sich eine schwere Hand auf seine
Schulter legte, zwei zornsprühende Augen ihn zu durchbohren
schienen und eine vor innerer Erregung zitternde Stimme
ihm zurief:
„Elender, frecher Bube, der sich nicht scheut, in fremdes
Eigenthum einzudringen und mit Absicht ein Mädchen auf
die roheste Weise zu beleidigen!“ Es war Fritz Born, der
unfreiwillig auch hier wieder Zeuge werden sollte einer
Anmaßung wie sie gar oft zu damaliger Zeit von dem Adel
gegen die Bürgerlichen geübt worden war.
Ueberrascht wandte sich von Luxberg um, und als er
den jungen, ihm an Körperkraft weit überlegenen Fritz Born
            
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