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von Clemence dort bald Kunde zu erhalten. Alle Nach—
forschungen nach ihr und dem ihr anvertrauten Kinde jedoch
blieben vergeblich. Als mein guter Vater in die Heimath
zurückgekehrt war, machte ich mich selbst auf, beide aufzu—
suchen, wurde jedoch in dieser meiner Lebensaufgabe unter—
brochen, indem ich, wie man sagte, als eine Betrügerin über
die Grenze geschafft, selbst mit dem Irrenhause bedroht wurde.
Der Fürst hatte sich zum zweiten Mal vermählt. Sieben—
zehn Jahre sind seitdem verflossen, und seit kurzem wohne
ich hier, veranlaßt durch Landsleute, welche aus meiner
Heimath hierher zogen, unter fremdem Namen und von
Niemandem gekannt, und stelle im Stillen Nachforschungen
nach meinem Kinde an. Den Ring, den mir der Fürst einst
gab, ihn habe ich gefunden und wenn meine Ahnung und
diese Stimme in meiner Brust mich nicht trügt, auch das
Kind, das ich so lange gesucht.“ Sie konnte nicht weiter
sprechen. Eine spanunende Aufregung hatte sich der Frau
bemächtigt und sie wäre ohnmächtig niedergesunken, wenn
Wilhelm sie nicht in seinen Armen aufgefangen hätte. Als
sie wieder zu sich kam, kniete der Jüngling vor ihr, ihre
Hände in den seinen fest umschlungen haltend.
„Mutter! arme unglückliche Mutter! Ja, Du bist es,
mein Herz sagt es mir — ach! wie viel, wie unsäglich viel
mußt Du gelitten haben! O sprich, wirst Du Dein Kind
nicht auch noch an einem anderen Merkmale als an dem
Ringe erkennen?“
„Doch, doch!“ rief das Weib, „ein großer runder brauner
Fleck an seinem rechten Arm kennzeichnet es; jetzt erinnere
ich mich dessen.“
Da entblößte Wilhelm den Arm und beim Anblick des
Males stürzte die Mutter jubelnd an des Kindes Brust.
„Dauk Dir, allgütiger Gott, für diese Gnade. Himmlischer
Vater, ach laß diese Stunde auch die letzte meiner schweren
Prüfungen sein!“
Lange, lange hielten die beiden noch vor wenigen Augen—
blicken sich so fremd gegenüber stehenden Menschen sich
umschlungen und es war bereits die Sonne im Sinken