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rasch, um viele Jahre schien sie sich verjüngt zu haben, als
sie die Hand Wilhelms ergriff und sprach:
„Komm und folge mir; Du sollst der Richter Deiner
Mutter sein! Komm, ich will Dir Auskunft geben über den
Ursprung Deines Daseins und die Geschichte dieses Ringes.“
Damit zog sie den Burschen fort, und fast willenlos folgte
er dem Weibe in eines der Häuschen, welche noch heute mit
dem Namen „die alte Glashütte“ bezeichnet werden. Der
Fürst hatte eine Anzahl böhmischer und slowakischer Glas—
macherfamilien anwerben lassen zum Zweck der Einführung
der Glaswaarenfabrikation und denselben eine kleine Colonie
angewiesen. Heute noch wohnen Nachkommen dieser Race
hier und sind deutlich zu erkennen an dem slavischen Typus,
welcher sie wesentlich von den Eingebornen unterscheidet.
Am Ziele angekommen, öffnete die Unbekannte die Haus—
thüre mittelst eines Schlüssels und bat Wilhelm, in das
Innere einzutreten. Der junge Mann erstaunie sichtlich, als
er hier seine Umgebung einer näheren Prüfung unterwarf;
er wähnte, in eine Bauernhütte zu kommen, besand sich aber
wirklich in einer Wohnung, die, wenn auch nicht elegant,
dennoch allen Anforderungen entsprach, die man an besser
situirte Stände stellen konnte. Bequemlichkeit und peinliche
Reinlichkeit, Ordnung und geschmackvolles Arrangement aller
in derselben befindlichen Mobilien gaben Zeugniß von dem
häuslichen Sinn ihrer Bewohnerin. Nachdem auf ihre Bitte
der junge Mann in einem bequemen Sessel Platz genommen
hatte, verschwand die Fremde auf einige Minuten in einer
Nebenkammer, aus der sie bald völlig umgewandelt zurück—
kehrte. Das rothe Tuch war von ihrem Haupte ver—
schwunden, in langen Flechten fiel ihr volles, rabenschwarzes
Haar in den Nacken und ein langes modisches, aber einfaches
Kleid umschloß die immer noch schönen Formen der Fremden.
Verwundert blickte Wilhelm auf. Unter Thränen lächelnd
nahm sie ihm gegenüber Platz.
„Alles“ — begann die Frau, nachdem sie sich ein wenig
gesammelt und gefaßt hatte — „was ich so eben von Euch
bernommen habe, gibt mir die Gewißheit, daß Gottes gütige