Full text : Feierabend-Stunden

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Oesterreich Verzweigungen habe und geheime Verbindungen
in jedem, auch dem kleinsten Dorfe unterhalte, trotz der
Strenge, mit welcher das Reisen und der Aufenthalt aller
Angehbrigen der deutschen Bundesstaaten in Belgien, Frank—
reich und der Schweiz verboten sei und trotz der empfind⸗—
lichsten Strafen, welche die Zurückkehrenden in der Heimath
träfen.
Beifällig nickte der Fürst mehrmals mit dem Kopfe,
der Polizeirath hielt sich dadurch aufgefordert, in seinem
wohlberechneten Berichte fortzufahren:
„Erst in der verflossenen Woche ist das Polizei-Directorium
durch die Agenten des hohen Bundestages beziehungsweise
direct von dem Chef der Central-Untersuchungs-Commission
auf eine Anzahl Verschwörer aufmerksam gemacht worden,
die hier und in der Umgegend ihr lichtscheues Wesen treiben.
Auf der Mainkur (zwischen Frankfurt und Hanau) waren
am vergangenen Sonntage die Advokaten Hecker und Struve
aus Baden, Willich und Zitz aus Mainz und zahlreiche
junge Männer von hier, Offenbach, Gelnhausen 'u s. w.
vereinigt. Was die Verschwoͤrer berathen und beschlossen,
darüber herrscht noch Dunkel. Ein Eid, auf dessen Bruch
die Todesstrafe gesetzt ist, bindet alle Theilnehmer. Einige
in der Stadt und im Orte Dörnigheim vorgenommene Ver—
haftungen, darunter die des Sohnes des fürstlichen Hof—
schlossers Bartholdy, geben vielleicht Anhaltspunkte, die Staats—
verbrecher zu entlarven und dem Arm der Gerechtigkeit zu
überantworten ....“
Der bisher ruhig zuhörende Fürst unterbrach den Polizei—
rath: „Bartholdy, was ist mit den . . .. sein Vater hier
gewesen ..was hat er verbrochen?“ ...
Dem Rath kam die Frage ümerwartet, doch leichthin
entgegnete er: „Ueber sein Verbrechen ist die Untersuchung
noch im Beginnen; die Behörde hat aber Beweise in Hän—
den, daß er sowie sein Mitgenossen in Dörnigheim Mit—⸗
glieder der Revolutions-Propaganda sind; sie haben gegen
das Verbot des hohen Bundestages sich in der Schweiz, in
Belgien und in Fraͤnkreich lange Zeit aufgehalten uud waren
            
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