Full text : Feierabend-Stunden

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Mein Herz fängt stärker an zu schlagen,
Wenn Dich, wenn Dich mein Auge sieht,
Und ich, ich wag' es kaum zu sagen,
Was hin, was hin zu Dir mich zieht!
Auf diese Weise gab Jakob der Sehnsucht nach seinem
Mädchen Ausdruck und vertrieb sich die Grillen, die ihn im
Kerker plagten.
Als das Lied beendet war, gab Fritz Born durch einen
Pfiff dem Gefangenen ein Zeichen und warf alsdann mehr—
mals den Ball nach dem Gitter, bis dieser endlich hängen
blieb. Jakob nahm den auf diese Weise beförderten Zettel
an sich und verschwand in seiner Zelle, während Fritz Born
sich eiligst aus dem Bereiche des Gefängnisses machte.
Zufrieden, daß er den Freund von Allem, was vorgefallen,
unterrichtet und versprochen hatte, ihm nach Kräften Beistand
zu leisten, suchte der junge Mann sein Lager auf mit dem
festen Vorsatz, von nun an ohne alle Unterbrechung wieder
seinem Berufe und seiner Kunst zu leben.

Auch der Hofagent begab sich spät zur Ruhe; die sonder—
barsten Gedanken und Pläne durchkreuzten sein Gehirn, und
dazu hatte nicht wenig beigetragen, daß Herr von Luxberg,
ein enfant gaté des fürstlichen Hofes, ganz ernstlich Lust zu
haben schien, seinem im Verdorren begriffenen adeligen
Stammbaum durch die Kraft des Kapitals des Hofagenten
wieder Fortbestand und Stärke zu geben. Und in diesem
Falle war Wackernagel zu jedem Opser bereit; kein Mittel
wäre ihm zu theuer gewesen, das nach diesem Ziele hin—
zuführen den Anschein hatte, und in der Wahl dieser Mittel
trug ser nicht viel Bedenken; nach Art der Emporkömmlinge
glaubte er sich über Vieles hinaussetzen zu können, was
Jewöhnlichen Menschenkindern ein unübersteigliches Hinderniß
zewesen wäre. Mit Zukunftsplänen beschäftigt, die von seinem
unbegrenzten Ehrgeig dictirt waren, hatte er sein Ruhebett
aufgesucht. Seine Gattin und sein einziges Kind kamen gar
nicht in Berechnung. Vor allen Dingen, so beschloß er,
            
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