Full text : Feierabend-Stunden

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„Bitte, bitte, Frau Wackernagel,“ versetzte der Offizier,
indem eine dunkle Röthe über seine Stirne flammte, „bitte
recht sehr, sich näher zu erklären.“
„Ich meine nur, daß auch in dem Falle, wenn Ihre
Erklärung in der besten und edelsten Absicht erfolgt sei, von
einer Verbindung unseres Kindes mit ihnen doch niemals
die Rede sein könne. Denn die altadelige Familie von
Luxberg wird nie zugeben, daß ihr einziger Stammhalter
mit der Tochter eines Bürgerlichen eine sogenannte Mesalliance
eingeht und — um in einer Familie als Aufgedrungene
und Aufgezwungene zu erscheinen, dafür, dächte ich, ist meine
Tochter denn doch zu gut und nicht geschaffen. Ihre Liebe,
Herr von Luxberg, ist eine Verirrung, verzeihen Sie mir
diesen Ausdruck,“ fügte die Frau begütigend hinzu, „eine
Täuschung, aus der Sie selbst nur auf's Unangenehmste
erwachen würden.“
Leichte Schritte wurden jetzt auf dem Corridor hörbar,
und ehe die beiden Sprechenden sich fassen konnten, schwebte
Katharine in die Stube, nicht wenig überrascht, Herrn von
Luxberg und ihre Mutter hier zu finden, wie es schien, in
einer sehr ernsten Unterhaltung, welche durch ihren Eintritt
unterbrochen worden war.
Herr von Luxberg, als erfahrener Weltmann und Höfling,
war schnell gefaßt. Mit der freundlichsten Miene von der
Welt drückte er Katharinen seine Freude aus, sie noch begrüßen
zu können, eine Ehre, auf die er schon geglaubt habe, ver—
zichten zu müssen.
„Ihr frommes Beispiel, Jungfrau Katharine, könnte mich
in der That veranlassen, ebenfalls öfters den Gottesdienst zu
besuchen“, schloß er seine Tirade.
„Das sollte mich von Herzen freuen“, erwiderte das
Mädchen, verschämt die Augen niederschlagend vor den glühen—
den Blicken des Offiziers, die unverwandt auf sie gerichtet
waren. „Da hätte ich doch auch einmal die Ueberzeugung,
etwas Gottgefälliges gewirkt zu haben. Bitte um Vergebung,
Herr von Luxrberg, ich werde sofort wieder erscheinen“;
damit ging sie zu einer Seitenthüre, um in dem anderen
            
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