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oftmals nicht die Freude habe, ihr meine Aufwartung machen
und sie begrüßen zu können.“
„Der Besuch der Kirche,“ entgegnete Frau Wackernagel
milde, „ist bei meinem Kinde kein bloßer Zufall; ich habe
es von frühester Jugend an zu deutscher Sitte und Gottes—
furcht angehalten, wie es auch in meinem elterlichen Hause
in Augsburg immer stets deutscher Brauch gewesen ist.“
„Verzeihung, liebe Frau,“ wandte der Lieutenant ein,
„ich wollte mit meinen Worten in dieser Beziehung auch
keinen Zweifel, viel weniger einen Tadel aussprechen, nur
finde ich daß mir Jungfrau Katharine ausweicht und mit
einer Kalte begegnet, welche für ein Herz, das ihr in Ehrbar—
keit und Freundschaft entgegenschlägt, zuletzt tödtlich wirken muß.
„Herr von Luxberg,“ nahm hierauf Frau Wackernagel
sehr ernst das Wort. „Herr von Luxberg, ich wüßte nicht,
wann und wo ich jemals diese Beobachtung hätte machen
können, und die Versicherung kann ich Ihnen geben, daß es
meiner Tochter noch nie in den Sinn gekommen ist, irgend
Jemanden absichtlich zurückzusetzen, zumal Sie nicht, Herr
von Luxberg, von dem mein Kind stets nur in freundlichem
Gedenken ihrer Aufmerksamkeiten mit der größten Achtung
und Ehrerbietung spricht.“
„Aber, liebste, beste Frau, was sind Achtung und Ehr—
erbietung dem Herzen gegenüber, das nur die innigste
Zuneigung, die glühendste Liebe fühlt, und — wenn es doch
einmal gestanden sein muß — ich liebe Katharine mit aller
Gluth, deren mein Herz nur fähig ist.“ Es war heraus,
das Wort, das dem Lieutenant Bahn brechen sollte zu dem
Herzen des Mädchens seiner Neigung. Frau Wackernagel
ah den. Offizier erstaunt und fragend an.
„Herr von Luxberg,“ erwiderte sie so ruhig als möglich,
„Ihr Geständniß wundert mich sehr, und so ehrenvoll es
auch für Katharinen und unsere Familie ist, so muß ich
dennoch gestehen, daß Sie sich bezüglich meiner Tochter und
auch in Bezug auf uns selbst in einem nicht unerheblichen
Irrthum befinden.“