Full text : Feierabend-Stunden

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nachzusehen, wie's geht. Was habe ich also verbrochen, daß
man mich, der noch nie eine Strafe erlitten, wie einen
Mörder in Ketten legt?“ frug mit Wärme der Schloß—
wächter.
„Es wird sich herausstellen, ob und wie weit Du mit
den Wilddieben und Spitzbuben im Bunde stehst. Ferne sei
es von mir, der Justizpflege in das Rad zu greifen. Bis
auf Weiteres magst Du nach Haus und auf Deinen Posten
zurückkehren; das Uebrige wird sich finden.“
Mit diesen Worten zog sich Fürst Ludwig zurück. Der
Pfiffer: Fakob aber und Heinz wanderten in das Gefängniß.
Acht Tage später waren Beide schon verurtheilt. Der alte
Heinz wurde wegen Mangel an Beweisen freigelassen; er
durfte aber nicht mehr in den Wald und seine Köhler- und
Holzhauerhütte wurde dem Boden gleich gemacht. Die eifrigste
Nachforschung nach im Walde verborgenen Schußwaffen blieb
ohne Resultat. Jakob Hillmann hingegen wurde zu einer
peinlichen achtmonatlichen Gefängnißsträfe verurtheilt, sein
Gewehr der Confiscation unterworfen, und oft sah man den
jungen schönen Mann, mit einer schweren Kugel am Bein,
in dem Karren gehen, um entweder in dem ehemaligen
St. Johanner Siadtgraben Schutt anzuschütten oöder den
Platz etzt Hof in der Kaserne am Ludwigsplatz) planiren
zu helfen, auf welchem in Saarbrücken das Theater erbaut
worden war. Mit männlichem Stolz erduldete er die ihm
zuerkannte Strafe und mit Beharrlichkeit lehnte er jedes
Bemühen seiner Freunde ab, die für ihn eine Begnadigung
zu erwirken suchten.

IV.
Katharine Wackernagel und Christine von
Hammerstein.

Gegen den Willen ihres Vaters, des Hofagenten Wacker—
nagel, hatte Katharine ein Liebesverhältuüß mit dem jungen
Hillmann eingegangen, das auch von der Mutter des Mädchens
            
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