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„Ganz sicher“, antwortete Heinz, „hat ihn ja der Herr
Oberförster und seine Begleiter selbst zu mir gebracht.“
„Das meine ich nicht; ich will wissen, ob er nicht vor—
her, d. h. ehe der Hirsch geschossen worden war, bei Dir
gewesen ist.“
„Das war nicht der Fall“, entgegnete Heinz kurz.
„Auch dem könnte ein Wachtstubenfrühstuͤck nicht schaden“,
meinte der Fürst, „doch mag er heute noch ohne dasselbe
abtreten. Holt den alten Hillmann herein.“
Heinz wurde wieder abgeführt, und, gleich wie dieser
gefesselt, wurde nun der Schloßwächter hereingeführt. Sein
erster Blick fiel auf seinen Sohn; vorwurfsvoll ruhte er
einige Sekunden auf demselben; diesem aber traten die
Thränen in die Augen, als er den Vater in Fesseln vor sich
sah. Auf Befehl des Amtmanns wurde Jakob während des
Verhörs seines Vaters abgeführt.
„Ist Euch bekannt, daß Euer Sohn das noble Hand—
werk eines Wilddiebes treibt?“ frug der Amtmann.
„Das nicht; wohl aber weiß ich, daß er zum öftern als
Treiber bei den großen Jagden Sr. Durchlaucht aufgeboten
worden ist. Ich sollte denken, er ist alt genug, als daß ich
noch auf jeden Schritt desselben achten sollte. Hat er sich
vergangen, mag er es büßen; das ist meine Ansicht. Wes—
hald ich aber heute wie ein Verbrecher hier stehe, das weiß
sch nicht. Ich habe jederzeit treu und ehrlich ·
„Dein Amt versehen, willst Du sagen“, unterbrach ihn
der Fürst, „das mag seine Richtigkeit haben, aber das soll
noch lange nicht den Vater schützen, wenn er leichtfertig in
seinen Kindern Diebe, Verbrecher und Aufwiegler gegen die
Landesgesetze heranzieht. Und er steht in einem Complott
gegen die Obrigkeit und seinen Landesherrn. Ist es jemals
erhört worden, daß in einem fürstlichen Wildpark eine Schaar
von Räubern eindringt und zum Hohne aller Gesetzlichkeit
oerhaftete Verbrecher befreit ...“
„Durchlaucht halten zu Gnaden, wenn ich zu fragen
wage, was ich für meinen Theil mit alledem, gemein habe.
Maän Bube ist nicht bei mir; nur zuweilen kommt er, um