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Beleidigung für sein ganzes Beamtenthum abzuschütteln. Er
erhob sich rasch von seinem Sitze und ging in großer Auf—
regung mehrmals im Verhörzimmer auf und ab und die
großen Silbersporen an den hohen Reiterstiefeln waren für
den Augenblick der einzige Klang in dem der Themis geweihten
Raum. Gegenüber dem Delinquenten blieb die ergrimmte
Hoheit endlich stehen, warf ihm nochmals einen Blick tiefster
Verachtung zu, dann ließ er sich wieder ruhig an der Gerichts—
tafel nieder. Er griff nach der Feder und schrieb einige
Worte auf einen Zettel, gab diesen einem der Soldaten und
befahl, den Verbrecher auf die Wache zu bringen. Jakob,
der wohl wußte, was das zu bedeuten hatte, machte Miene,
als wolle er dem Justitiar noch etwas sagen, der Fürst
aber rief:
„Fort, aus meinen Augen! Ich werde Dich und alle
Rebellen Deiner Sorte schon ganz weich zu machen wissen.“
Die Soldaten nahmen den Angeschuldigten in ihre Mitte
und führten ihn in die Wachtstube, woselbst sie ihn dem
Befehlenden mit sammt dem Uriaszettel übergaben. Der
Sergeant war nicht wenig überrascht, als er sich mit dem
Inhalt des Zettels bekannt gemacht hatte. Er war ein St.
Johanner Kind, der den Jakob sehr gut kannte und mit ihm
befreundet war. Mit Verlegenheit und Betrübniß wandte
er sich zu ihm, ungehört von der übrigen Wacht—
mannschaft:
„Jakob, der Befehl lautet, daß Dir Angesichts dieses
fünfzehn Stockhiebe applicirt werden sollen und Du alsdann
wieder in's Verhör zurückgebracht werden sollst . . Mein
Gott! daß ich gerade das Ünglück habe, mit diesem Befehl
beauftragt zu werden.“ Der Mann reichte dem Verhafteten
theilnehmend die Hand und ging einige Augenblicke in der
Wachtstube nachdenkend auf und nieder; dann, zu den beiden
Untergebenen gewandt, befahl er mit strenger Miene:
„Sperrt den Kerl vorläufig in die Violine, bis die Vor—
bereitungen getroffen sein werden.“ Und so geschah es.
Urbanus aber, der Befehlende, rief die Wachlmaunschaft
zusammen und frug, wer freiwillig sich zur Vollstreckung des