Full text : Feierabend-Stunden

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zu dem letzteren war alle Ursache vorhanden. Schon am
anderen Morgen wurde Jakob, die Hände auf dem Rücken
gefesselt, trotzdem er sich wegen seines verletzten Beines kaum
allein fortbewegen konnte, vor den Justizamtmann ins Verhör
geführt. Auch diesmal wieder wohnte der Fürst demselben
persönlich bei.
Der Sitz der heiligen Themis befand sich dazumal in
einem großen Zimmer des rechten Seitenflügels im fürst—
lichen Schlosse, jedoch wurden hier nur Fälle abgeurtheilt,
welche, nach der Ansicht des Fürsten, mehr von seiner privat—
rechtlichen, d. h. seiner persönlichen Entscheidung, als von
den Erwägungen der ernsten und hochgelehrten Juristen
abhängig gemacht worden waren. L'état e'est woi! so
dachte, wie damals alle Fürsten und Regenten, auch Fürst
Ludwig von Nassau-Saarbrücken. Um eine große, grün
ausgeschlagene Tafel waren eine Reihe eben solcher Sessel
aufgestellt und auf dem kostbarsten derselben, in der Mitte
der Gerichtstafel, hatte Fürst Ludwig Platz genommen, ihm
zur Rechten der Justizamtmann und sein Sekretarius, zur
Linken hatten der fürstliche Geheimschreiber und noch ein
Glied des Rathskollegiums Platz genommen. Zwei Grena—
diere mit langen Musketen vollendeten das Bild der fürst—
lich-⸗saarbrückischen Justizpflege.
„Jakob Hillmann“, hub der Amtmann an, „Du stehst
vor Deinen Richtern und nur ein aufrichtiges und voll—
kommenes Geständniß kann die Strafe in etwas lindern,
welche Du durch Deine bisher unerhörten Auflehnungen
gegen die hochfürstlichen Hoheitsrechte und durch Dein Ver—
brechen verwirkt hast. Antworte also offen auf alle Fragen,
welche man an BVich richten wird.
„Wer waren die Andern, welche mit Dir in der Hütte
des alten Heinz waren? Rede, das Leugnen hilft Dir nichts
mehr.“

„Ich war nicht in der Hütte des Kohlenbrenners und
kann auch von Anderen nichts sagen, welche daselbst in jener
Nacht gewesen sein sollen.“
            
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