Full text : Feierabend-Stunden

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dem Serenissimus von Anfang bis zu Ende beiwohnte.
Nach allen Ecken und Orten wurden fürstliche Schergen und
Diener ausgeschickt, um den Aufenthalt des Pfiffer-Jakob zu
erspähen, keine Spur aber war von demselben zu erblicken.
Der Eifrigste unter den Eifrigen war der rothe Franz; er
suchte dadurch den aus Feigheit begangenen Fehler, daß er
in der bekannten Nacht nicht in die Köhlerhütte ging, um
sich von der Anwesenheit der Personen zu überzeugen, welche
er bei dem alten Heinz gehört und belauscht hatte, wenigstens
wieder einigermaßen gut zu machen. Seine Aussagen machten,
daß der Köhler in den sogenannten „Käfig“ gesperrt und
aufs Strengfte behandelt wurde; dem Vater des Pfiffer—
Jakob aber vermochten sie nichts anzuhaben; dennoch blieb
auch er gefangen gehalten und wurde sorgsamst bewacht.
Der Fürst tobte und schimpfte, denn ein so unerhörter
Frevel war seit lange nicht vorgekommen, wenn auch hin
und wieder einmal in dem Wildpark ein Stück von unberufener
Hand erlegt worden war, so hatte das in seinen Augen
weniger zu bedeuten als das Unerhörte, daß gefangene Wil—
derer von ihren Genossen befreit und aus dem Bereich seiner
Machtsphäre in Sicherheit gebracht wurden.
Er sah in solchen Vorgängen die Anfänge des Umsich—
greifens von Ideen, die gegen das Althergebrachte gerichtet
und ganz geeignet waren, als Ausfluß der Lehre von den
allgemeinen Menschenrechten zu erscheinen, welche von
Voltaire und seinen Geistesgenossen ausgestreut und namentlich
in Frankreich auf einen üppigen Boden gefallen waren. Ein
Exempel sollte daher statuirt werden und die willkommene
Gelegenheit hiezu fand sich eher, als er wohl ahnen mochte.
der Abend war bereits hereingebrochen, als sich Jakob
Hillmann bei dem Befehlshaäber auf der Schloßwache als
Gefangener meldete. Er hatte von der Verhaftung seines
Vaters gehört und war aus seinem sicheren Versteck gekommen,
um für dessen Unschuld einzutreten. Wie ein Lauffeuer
durcheilte diese Kunde die Stadt, und von Jedermann, mit
Ausnahme des rothen Franz, wurde der brave Bursche gelobt
und zu gleicher Zeit auch bemitleidet und betrauert. Und
            
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