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im Weichbilde der Stadt angelangt, wo der Zug, dem zwei
Läufer voransprengten, ein etwas langsameres Tempo nahm.
Begeisterungsvolles Vivatrufen begleitete den Fürsten bis
in das Innere seines Schlosses und mit sichtlichem Wohl—
gefallen nahm hochderselbe diese aufrichtigen Zeichen seiner
getreuen Landeskinder entgegen. Sein etwas geröthetes,
nicht unfreundliches Gesicht war bemüht, in einem beständigen
Sonnenstrahl gnädigen Lächelns zu erscheinen und das
gepuderte und gelockte Haupt neigte sich fortwährend huldvoll
grüßend gegen die Menge.
Hutschwenken, Tücherwinken und begeisterungsvolles Vivat⸗
rufen waren die Antwort des Volkes auf diese sichtbaren
Zeichen fürstlicher Zufriedenheit, und so bot bei dieser
Gelegenheit der Schloßplatz ein belebtes Bild patriarchalischen
Volkslebens und jener schönen Harmonie, welche seit langer
Zeit stets zwischen der Bürgerschaft und ihrem Fürsten
waltete. Selbst die Forderungen, welche die Bevölkerung
in Folge des lästigen Druckes und der ihr endlich doch
lästig gewordenen Hochfürstlichen Bevormundung sowie der
ansteckenden Vorgänge in Frankreich an den Fürsten stellten,
konnten diesem Verhältniß keinen Eintrag shun, und wie
heute noch, so waren auch damals die St. Johann-Saar—
brücker schnell und Alles vergessend bei der Hand, wenn es
galt, irgend eine Ovation, einen Zug und dergleichen zu
veranstalten. So war es schon von lange, lange her, und
wenn wir heute in St. Johann-Saarbrücken nicht weniger als
sechzig verschiedene Vergnügungs- und sonstige Gesellschaften
und Vereine zählen, so ist das ebenso eine Folge des fremd—
ländischen Zuwächses, wie auch ein Zug, der sich haupt—
sächlich unter den „Alldahiesigen“ ungeschwächt fort vererbt
hat. — Doch viele Triumphe sollte Fürst Ludwig hier und
auf dem historischen Schloßplatze nicht mehr feiern. Andere
Scenen, Bilder weniger fürstlichen Gepräges sollten bald in
drastischer Abwechslung Zeugniß ablegen von der Vergäng—
lichkeit aller Macht und Größe und der zerstörenden Gewalt
menschlicher Leidenschaften.