Full text : Feierabend-Stunden

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Endlich kam der ersehnte Augenblick, und das Fuhrwerk,
gefolgt von einer Menge Neugieriger, konnte sich nur lang—
sam den Schloßberg hinauf bewegen. Wie aber waren alle
tiefer Eingeweihten, am meisten jedoch der Oberförster,
erstaunt, auf dem Wagen nur den alten Heinz und den
erlegten Hirsch zu erblicken, von dem Jakob Hillmann aber
keine Spur. Ueber das tiefgefurchte Gesicht des alten Schloß—
wächters zuckte es plötzlich wie ein Freudenstrahl und auch
Fritz Born stand in der Nähe der Eingangspforte und schien
mit wahrer Wonne in den Mienen des Oberförsters und
seines rothen Gehülfen menschliche Empfindungen studiren zu
wollen. Sein Blick fiel auf den alten Heinz, und dieser
konnte ein spöttisches Lächeln nicht unterdrücken, das für
einen Augenblick um seine Lippen spielte. Er stieg behend
von dem Wagen und begab sich, gefolgt von dem Ober—
förster und seinem Gehülfen, nach dem fuͤrstlichen Justizamt.
Der Oberförster hatte schon sein Protokoll niedergeschrieben,
und es war nun Sache des Forstgehülfen Franz, zu erzählen,
was sich in der Frühe im Jägersfreuder Forst zugetragen
hatte. Auch der Forstzögling Wilhelm, der sich inzwischen
auf dem Justizamt eingefunden hatte, um ebenfalls seine
Aussage über das ihm Bekannte zu machen, und der Knecht
vom Premmenhof wurden verhört und endlich auch der alte
Heinz in ein scharfes Kreuzverhör genommen. Schlicht und
unbefangen erzählte er das Vorgefallene, wie es ihm in den
Kram zu passen schien und wie wir es bereits schon wissen.
Auf alle Betheiligten machte seine Aussage den Eindruck der
Wahrhaftigkeit; nur der rothe Franz schüttelte ungläubig
den Kopf, denn er ärgerte sich gewaltig, daß er sich an dem
Pfiffer-Jakob nicht rächen konnte und sein Werk auf diese
Weise nur einen halben Abschluß gefunden hatte. Unverhohlen
gab er seine Zweifel dem Herrn Justitiarius zu erkennen,
und so wurde denn auch endlich beschlossen, Heinz vorläufig
in Arrest zu behalten. Der alte Hillmann wurde ebenfalls
eingehend inquirirt; er sollte Auskunft geben über das Thun
und Treiben seines Sohnes. Was er aussagte, war von
keinerlei Bedeutung. Es konnte in die Sache allem Anschein
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