Full text : Feierabend-Stunden

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Wilhelms Augen funkelten; doch schnell beherrschte sich
der beleidigte junge Mann und sprach nur kurz:
„Seid versichert, daß die Zeit kommen wird, wo ich
abtragen werde, was ich Euch schuldig bin. Aber eins
möchte ich Euch doch rathen, Eure Stellung mir gegenüber
nicht länger mehr zu mißbrauchen, es könnte dann der Fall
eintreten, daß Ihr es bitter zu bereuen hättet!“
„Hah! hah! hah! Schaut doch den hohen Herrn, der
aus dem Findling spricht ...“
Wilhelm hörte nicht mehr deutlich, was der falsche
Geselle sprach; er und der Knecht, der vom Pachthofe mit—
gekommen war, machten die Strohbündel zurecht, um den
verletzten Wilddieb darauf zu betten. Franz, den eine voll—
ständige Aufregung ergriffen hatte, ging geschäftigen Schrittes
davon; er konnte es kaum abwarten, bis er wieder in der
Köhlerhütte sich an seinem Opfer erfreuen konnte. Im Geiste
malte er sich das Bild von dem Triumphzuge aus, den er
mit dem verwundeten und gefangenen Pfiffer-Jakob, seinem
Feinde, in die Stadt zu machen gedachte; er freute sich schon
im Voraus an dem Lobe, das ihm von dem Forstmeister
von Fürstenrecht zu Theil werden mußte, und daß er jetzt
recht bald eine einträgliche Stelle in dem fürstlichen Dienste
erhalten würde, das stand bei ihm fest „wie Belgrad“, wie
er zu sagen pflegte, wenn er Etwas besonders bekräftigen
wollte. Ein satanisches Lächeln lag auf seinem Gesicht;
hochmüthig warf er den rothen Kopf zurück, als er die Hand
auf die Klinke legte, geräuschvoll öffnete er die Thüre und
war nicht wenig überrascht, das Nest leer zu finden. Den
beiden Nachfolgenden, Wilhelm und dem Knechte, erging es
nicht besser. Alle Drei sahen sich fragend an.
„Was soll das?“ rief der Hülfsförster zuerst; „wo sind
die Beiden hingekommen? Wäre ich doch als Wächter hier—
geblieben.“ Er ging in den Wald hinaus und sah sich
üherall um; nirgends war aber eine Spur von den Ver—
schwundenen zu sehen.
„Die Füchse sind der Falle entkommen“, rief er wüthend,
doch weilt können sie noch nicht geflohen sein. Ich werde
            
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