Full text : Feierabend-Stunden

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Für mich und Dich gilt es nun, die Freundschaft eine Probe
bestehen zu lassen. Du weißt, was den Jakob erwartet;
ich brauche es Dir nicht zu sagen und frage Dich: Willst
Du, was auch kommen mag, niemals und gegen Niemanden
erwähnen, daß wir, Du und ich nämlich, uns heute und
hier im Walde begegnet sind?“
Fragend schaute Wilhelm seinen Begleiter an. „Wozu,
und was soll das heißen?“
„Es soll heißen, daß ich dem Rothen den Triumph ver—
eiteln will, den er heute zu ernten gedenkt; es soll heißen,
daß ich den Jakob, Deinen Bruder und meinen Freund,
— will; für dieses Opfer kannst Du wohl meine Bitte
erfüllen.“
„Aber“, zögerte Wilhelm, „was willst Du denn
beginnen?“
„Das lasse meine Sorge sein; erfülle Deinen Auftrag,
brauchst Dich aber nicht so sehr zu beeilen. Eine schönere
Gelegenheit findest Du nimmer, einigermaßen wieder gut zu
machen, was Du durch den ungluͤcklichen Schuß, obwohl
unbewußt, verdorben hast; entschließe Dich aber rasch. Habe
ich Dein Wort?“
„Ja, Fritz, ich schwöre es Dir!“ entgegnete Wilhelm
ohne langes Besinnen, „gilt es doch, den Bruder zu retten
und meinem Pflegevater große Schmerzen zu ersparen.“ Die
sungen Männer reichten- sich die Hände und ohne ein Wort
weiter zu sagen, trennten sie sich.

Kehren wir nun wieder in die Köhlerhütte zurück.
Grollend über das ihnen widerfahrene Geschick saß Jakob
auf einem Schemel und streckte das verwundete Bein vor
sich hin, während der alte Heinz dem rothen Franz alles
Unheil auf den Hals wünschte.
—ADDDDDD
sich plötzlich vor der Thüre Geräusch und Männertritte ver—
gehmen ließen. Bald darauf trat ein fremd aussehender
Mann ein und winkte dem Alten, auf einen Augenblick mit
            
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