Full text : Feierabend-Stunden

LV

dieser in wilden Schmerzen manchmal sein Gesicht verzog
und nach seinem Beine fühlte, frug er mit gepreßter Stimme:
Jakob, fühlst Du großen Schmerz?“
Ja, Wilhelm, so kann ich nicht mehr weiter kommen.“
Heinz war der Gruppe näher gekommen. „Herr Ober⸗
förster“, wandte er sich an diesen, „lasse Er den Verwundeten
n meine Hütte treten, vielleicht kann ich ihm etwas Linderung
oerschaffen.“
Das verlohnte sich noch der Mühe“, grinzte der rothe
Franz, „mit solchem Gelichter haben nur seines Gleichen
Mitleid ....“
Ruhig!“ gebot der Oberförster; „der Heinz hat Recht,
und zudem habe ich auch ein kleines Verhör hier vorzu—
nehmen.“ Sie führten den Gefangenen in die Köhlerhütte.
Vergeblich bemühte sich Heinz, ihm den Stiefel auszuziehen;
das Bein war bereits dick angeschwollen und das Leder
mußte durchschnitten werden.
„Jakob“, wandte sich der Oberförster an diesen, „Du
wirsi wissen, daß nur ein aufrichtiges Bekenntniß Deine
Schuld und Strafe mildern kann. Darum heraus mit der
Sprache. Wer gab Dir dieses Gewehr und wer sind Deine
Genossen bei dem sauberen Handwerk, das Ihr nur zu lange
schon ungestraft ausgeübt habt?“
„Das Gewehr ist mein rechtmäßiges Eigenthum und
Mitschuldige habe ich nicht. Wenn außer mir noch Andere
die freie Jagd ausüben, so sind diese mir ganz fremd.“
Bist Du heute schon einmal in dieser Hülte gewesen?“
Rein!“ erwiderte Jakob und der Kohler nickte, unbemerkt
für die Anderen, mit dem Kopfe.
Nun, das wird sich finden, Ich glaube aber, Du bist
in eine Falle gerathen und fürchte, daͤß Du alter Fuchs“ —
mit diesen Woͤrten wandte er sich an Heinz — „auch noch
Haare darin lassen wirst . ... Für das Entlaufen des
srechen Wilderers ist einstweilen gesorgt; er bleibt hier, bis
ch eine Fuhre für ihn und seine Beute besorgt haben werde.
Zu diesem Behuf gehst Du, Wilhelm, auf den Hof und
dittest den Pächter in meinem Namen, eiligst einen Wagen
            
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