Full text : Feierabend-Stunden

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„Heinz,“ fiel ihm der Oberförster ins Wort. „Heinz,
Ihr wißt mehr von den Burschen, als Ihr mich glauben
machen wollt! Heinz, Ihr seid schon lange verdächtig, mit
den Wilderern im Einvernehmen zu sein und auch heute
Nacht ward hier bei Euch wieder ein solcher Schurkenstreich
ausgeheckt; ich weiß Alles, Heinz, seid offen. Daß Ihr
Diejenigen, welche bei Euch Einkehr hielten, nicht gekannt
haben solltet, das macht einem Anderen weiß; mich täuscht
Ihr nicht. Noch einmal gesteht ein, was Ihr wißt, ich
gebe Euch mein Wort daranf, für Eure Person noch einmal
ein Auge zudrücken zu wollen und reinen Mund zu halten.
Mehr kann ich nicht thun; es geht das schon über meine
pPflicht; seid daher klug und bekennt, — wo nicht, dann
fürchtet das Schlimmste von mir.“
„Herr Oberförster“, entgegnete der Köhler ruhig, „ich
kenne Euch und den rothen Franz genügsam, als daß ich
das letztere nicht glauben sollte; Ihr folgt Eurer Pflicht ohne
Gnade und Barmherzigkeit, das soll und muß so sein; anders
jedoch ist es mit dem Rothen, der folgt nur seinem blinden
Haß gegen mich, weil — doch das gehört nicht hierher,
Herr Oberförster ... Ich habe Euch nichts zu gestehen und
auch nichts zu verrathen und werde mich gegen Gewalt schon
zu schützen wissen.“ Ein seltsames Feuer loderte in des
alten Mannes Blicken; seine robuste Gestalt schien noch
größer geworden zu sein, als er furchtlos und ruhig dem
Oberförster gegenuüͤber stand.
„Bedenkt“, entgegnete dieser, „daß der Fürst mit den
Wilderern und ihres Gleichen nicht fackelt und daß es immer
besser ist, auf der Seite der Macht und der fürstlichen Befehle
zu stehen, als bei Denjenigen, deren Lebensgang im Sträͤf—
lingskarren und im Stockhaus endet.“
Längere Zeit verschwendete der Oberförster gute und böse
Worte; Heinz aber blieb unbeweglich; was er einmal gesagt,
dabei blieb er und öfters schien es, als lockten des Forst—
mannes ernste und drohende Mahnungen ein sarkastisches
Lächeln auf seine stets festgeschlossenen Lippen. Als der
Oberförster einsehen mußte, daß er nur tauben Ohren predige,
            
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