Full text : Feierabend-Stunden

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„Es ist gut, daß ich Dich hier treffe, Franz,“ redete er
ihn an, „ich komme eben von dem Geheimenrath Lex, der
mir mittheilte, daß am nächsten Donnerstag eine Parforce—
Jagd abgehalten werden soll und von dem Herrn Forstmeister
bereits alle Anordnungen getroffen sind. Für uns gibt's
also viel zu thun. Apropos! was den erbetenen Urlaub
anbelangt, so kannst Du, gehen, mache aber, daß Du morgen
wieder bei der Hand bist, damit wir zu jeder Zeit der An—
ordnungen des Herrn Forstmeisters gewärtig fein können.“
Nachdem er mit seinem Vorgesetzten noch einige Worte
gewechselt, erhob sich Franz und ging, nicht ohne seinen
beiden Beleidigern noch einen Blick des giftigsten Hasses
zugeworfen zu haben.
Unterdessen hatte der Stadtschreiber Benz mit den beiden
Stadtmaiern und anderen Rathsherren die Beschwerdeschrift
noch einmal durchgangen und zu Ende gebracht und als—
dann laut verlesen. Es war ein freimüthiges Wort, welches
die Bürger von St. Johann und Saarbrücken mit ihrem
Fürsten redeten. Bald war die Schrift mit zahlreichen Uñter—
schriften bedeckt und nach und nach kehrte die gewöhnliche
Ruhe wieder in, die Wirthschaft ein. Manche der Gäste
waren nach Hause gegangen, andere aber sonderten sich in
Gruppen, das Kartenspiel wurde verlangt und es währte
nicht lange, da war die Beschwerdeschrift, der verhaßte Prä⸗
sident Hammerer von Hammerstein und Alles vergessen, was
den Saarbrücker und St. Johanner Bürgern bddastend auf
dem Herzen lag, Das „Wenn ich“ und das Hut' ich⸗
beherrschte die Stimmung der Stammgäste im „Stiefel“;
auch der Oberförster konnte trotz der bevorstehenden Par⸗
forcejagd der Versuchung nicht widerstehen und war bald
mit dem fürstlichen Hofsporenmacher und noch zwei Bekannten
in ein Solo, sein Lieblingsspiel, vertieft, bei welchem er
gewöhnlich so lange auszuhalten pflegte, bis er sich davon
uͤherzeugen konnte, welche Farbe der lehtte Heimkehrende an
seinem Bandel oder Camisol trug. Das war die einzige
Schwäche des sonst trefflichen Maunes und die hatte er mit
noch gar vielen seiner Berufsgenossen gemein. Eilig flossen
            
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