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konnte. „Der Kerl muß mit dem Teufel im Bunde oder
vielleicht gar ein Freimaurer gewesen sein, wer kanns wissen“,
meinte der alte Hillmann, „denn so etwas ist noch nicht
dagewesen.“
Inspector Siegfried wußte ebenfalls nicht, was er zu
der fatalen Geschichte sagen sollte und war überglücklich, daß
er nicht mehr für das Geschehene verantwortlich war. Seit
dem Tage vorher stand das Gefängnißpersonal nicht mehr
unter seinem Befehl. Alles war ja an seinen Nachfolger
Bärwanger form- und aktenmäßig übergeben worden, bis
auf die Beköstigung, wozu der neue Herr noch nicht ein⸗
gerichtet war. Flemming beglückwünschte deshalb den bisherigen
Inspector; „es freut mich“, schloß er, „daß die Flucht nicht
unter Ihrer Verwaltung ausgeführt wurde. Für den neuen
Herrn kann die Geschichte allerdings nur unangenehm sein.“
„Gewiß“, bestätigte Siegfried, „sie wird nicht verfehlen,
großes Aufsehen zu erregen. Für mich, sage ich Ihnen wäre
es unerträglich gewesen, wenn meine bisher tadellose Beamten—
laufbahn mit einem solchen Ereigniß ihren Abschluß hätte
finden müssen. Ich hätte es nicht überlebt. Das wußten
auch die Meinen und sie halfen mir getreulich die Pflichten
meines schweren Amtes tragen. Sie wissen das ja, Herr
Flemming; Sie hatten ja Gelegenheit, meine Frau und auch
meine Nichte Maria kennen zu lernen. Von der Letzteren
kann ich wirklich sagen, daß sie zu allen Zeiten mein Ohr
und Auge war. Und was hatten die Schließer für einen
Respect vor der kleinen Hexe! Nicht wahr, Herr Flemming?“
„Davon bin ich aufs Vollkommenste überzeugt“, meinte
dieser und sog den Duft der weißen Rose ein, die er noch
immer am Knopfloch seines Rockes trug.
XV.
Das Jahr 1848 war herangekommen; der so lange mit
Gewalt unterdrückte Volksgeist erhob plötzlich in allen Staaten
die mächtigen Schwingen und vor seinem gewaltigen Flügel—
schlag stürzte plötzlich das politische Lug— und Truggebilde