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Zwischen Flemming und Ferdinand hatte sich auf ihren
verschiedenen Ausflügen um so mehr ein intimeres Verhältniß
herausgebildet, weil sie Landsleute waren und der Erstere
es an nichts fehlen ließ, um seinem aufgedrungenen Begleiter
die Ausgangstage gewissermaßen zu Feiertagen zu machen.
So sehen wir denn auch heute die beiden jungen Männer
in dem Garten eines der größten Gasthöfe in einer schat—
tigen Laube beim kühlenden Trunk sitzen; beide hatten es sich
leicht gemacht und wer es nicht anders wußte, hätte die
gemüthlich Plaudernden nicht für einen Gefangenen und
dessen Aufseher, sondern für sehr vertraute und lebenslustige
Freunde gehalten. Hell erklangen die Gläser und der blaue
Dampf der ächten Havannas zog sich langsam und schlangen—
windend verduftend in die heitere Frühlingsluft.
Ferdinand hatte Herrn Flemming schon mehrmals des
Weiteren auseinandergesetzt, wie er den neuen und anmaßen⸗
den Inspector heute Morgen bei der Vorstellung habe „an—
laufen“ lassen und wie er Gott danke, bald den Staub von
den Füßen schütteln zu können.
„Da nun der Herr Director, Siegfried und auch Sie,
lieber Ferdinand von hier fort müssen, da ist es mir eben—
falls angenehm, daß ich bald „ausgebrummt“ habe,“ entgeg⸗
nete Flemming, aufs Neue die Glaͤser füllend. „Wenn Ihr
Alle geht, was bleibt dann hier noch übrig, das uns das
Leben erträglich machen könnte? Nichts, gar nichts, sage ich
Ihnen, lieber Ferdinand! Man hatte sich so an einander
gewöhnt! Aber Sie trinken schlecht. .. schmeckt es nicht?!
„Von nicht schmecken kann keine Rede sein, Herr Flemming;
wem dieser Trunk nicht mundet, der soll sich die Zunge
gerben lassen .... Aber es ist so, wie Sie sagten: man
war hier so aneinander gewohnt, daß der Gedanke an eine
Trennung wirklich etwas Bitteres mit sich führt“, entgegnete
Ferdinand in einem Anflug von Melancholie.
.„Gut ist's, daß wir mitsammen von hier gehen, mein
lieber Ferdinand“, warf Flemming ein, „ich glaube, daß auf
** bald ein strammeres Regiment eingeführt werden wird,
und wehe so manchem armen Teufel, der unschuldiger