Full text : Feierabend-Stunden

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weiter zu thun und zu lassen ist.“ Als ob nichts vorgefallen,
saß die Familie bald vereinigt um den Frühstückstisch und
wurden die letzten Ereignisse nun mit einer Ruhe besprochen,
als ob sie schon vor Wochen in die Wege geleitet worden
seien. Auch Siegfried nahm seine Zurdispositionsstellung ge—
faßter auf, und an Stelle der ersten Ueberraschung trat jene
trotzende Resignation, welche in ähnlichen Lebensfällen aus
dem Bewußtsein der Pflichterfüllung und dem Vertrauen auf
eigene Kraft erblüht. Es war ein Trost für den braven
Mann, daß er nicht allein von hier scheiden mußte; Herrn
von Drach traf ja dasselbe Loos und in guter Gesellschaft
läßt sich der Harm am allerbesten überwinden.

XIV.
Wie Siegfried vorausgesagt, im Laufe des Tages kam
der neu ernannte Inspector Bärwanger schon an, um bis
zum Eintreffen des gleichfalls neu ernannten Herrn Directors
demselben einstweilen das Feld zu ebnen. Am Morgen des
folgenden Tages versammelte er das ganze unter ihm die—
nende Beamtenpersonal in der Aula, wie der große Saal
spottweise genannt wurde, zu welchem die ehemalige Abtei—
kirche im Laufe der Zeit umgewandelt worden und von der
nichts mehr übrig geblieben, als die kleinen Bogenfenster
und ein mächtiger Pfeiler, der seine Bogen durch die Breit—
seite des öden Raumes hin ausspannte. Herr von Drach
stellte den Nachfolger Siegfrieds den Leuten vor und dieser
hielt es für angemessen, diesen gleich von vornherein klar
zu machen, wessen sie sich von ihm zu versehen hätten. In
einer mit Treue, Gehorsam, Diensteifer und strenger Pflicht—
erfüllung reich gewürzten Ansprache erörterte Bärwanger
die Dienstverhältnisse und Obliegenheiten des Gefängmß—
personale und verfehlte nicht, dessen Beruf als ganz beson—
ders wichtig hinzustellen in einer Zeit, wo sich die Gefäng—
niße —ehr als jemals mit Menschen anfüllen, welche nichts
«res im Scilde fahrten, als die Liebe und Anbäng—
cteu des Vores an das angeitammie Furftenhans 3u0 uner⸗
            
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