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„Wie sollte ich auch,“ entgegnete Frau Siegfried ruhig,
„mag es sein was da will, mich regt es sicher nicht so auf,
wie Dich! So habe ich Dich ja seit langer, langer Zeit
nicht gesehen . . was steht darin?“
Bitter lachend antwortete Siegfried gedehnt und jedes
Wort scharf betonend: „Es steht darin, daß auch Siegfried
wie unser Herr Director in Ungnade gefallen und bei Seite
geschoben wird, — es steht darin, daß wahrscheinlich noch
im Laufe dieses Tages mein Nachfolger aus F. hier an—
kommen und die Functionen des abgekehrten Besens als
funkelnagelneuer Inspector übernehmen wird, und ferner
steht in dem Wisch, daß der alte Siegfried pensionirt wer—
den soll. Na, gelt da staunest auch Du! Du, die Du
Dich ja nicht so leicht aufregen läßt?“
Es war in der That so. Frau Siegfried schüttelte wie
ungläubig mit dem Kopfe, griff nach dem Papier und las
mit Erstaunen Wort für Wort, daß es so war, wie ihr
Mann gesagt hatte. Ein langes Schweigen trat jetzt ein,
alle Zeugen dieser Scene schienen von dem Erfahrenen auf
die verschiedenste Weise ergriffen zu sein. Frau Siegfried
war es, die zuerst die Herrschaft wieder über sich gewonnen
hatte. Sie rief der Magd, den Kaffee aufzutragen.
„Das Alles kommt so unverhofft,“ — sprach sie, — „daß
es wirklich der Sammlung bedarf. Aber,“ setzte die resolute
Frau hinzu, — „einmal hatte es ja doch so kommen müssen,
und jetzt, da das Schicksal schneller entschieden, wie wir es
erwarten konnten, wollen wir ruhig den kommenden Dingen
entgegensehen.“ Als aber Siegfried noch immer düster vor
sich hinblickte, legte sie begütigend ihre Linke auf dessen
Schulter, während sie ihm mit der Rechten die Tasse füllte,
sprach die wackere Frau gefaßt:
„Sei nicht unmuthig, Siegfried, wer weiß, für was es
gut ist; es trifft uns ja nicht unvorbereitet. Zu leben
haben wir und was auch nicht gering in die Wagschaale
fällt, das ist, daß Du Dir in Bezug auf Dein undankbares
Amt keine Vorwürfe zu machen hast. Laß Dir Dein Frühstück
nicht verderben; wir werden schon sehen und überlegen, was