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„Gewiß! Gewiß!“ beschwichtigte dieser; „noch tausend—
mal besser als der junge Laffe! Ich meinte ja nur und hat
die einmalige Ausnahme auch nichts zu bedeuten.“
Sie waren am ersten großen Thor, das in die Kasse—
matten führte, angelangt. Ferdinand stand hier und öffnete.
Zur Freude Hillmanns gingen Maria und ihre Begleiterin
ohne Gruß an dem jungen Beamten vorüber, der nach ihrem
Eintreten die Thüre wieder verschloß. An Nr. sechs, dem
Gefängniß Friedrich Bartholdy's, angekommen, schloß Hill—
mann auf und Maria und Dora traten hinein, nachdem
erstere den Schließer noch gebeten hatte, die leeren Zellen
ebenfalls aufzuschließen und ihr dann zu sagen, was in den—
selben allenfalls zu ordnen sei.
Der Alte that, wie ihm das „charmante Kind“ befohlen
und nach wenigen Secunden schon war er wieder an ihrer
Seite; plaudernd und inspicirend gingen sie in den düsteren
Räumen umher und Maria entwickelte bei diesem Rundgang
eine Umsicht und Aufmerksamkeit, daß Hillmann nicht unter—
lassen konnte, ihr seine Bewunderung wiederholt auszudrücken.
Das war auch gar kein Wunder. Hatte doch das Mädchen
so viel zu fragen und entwickelte sie in ihren Ansichten doch
so viel sachgemäße Kenntnisse, daß der graue Gefängniß—
diener im Geheimen es bedauerte, daß Maria eben nur ein
schönes Mädchen und kein Mann war. — „Ach! welch ein
Muster von Kerkermeister ist durch diesen Mißgriff der
Menschheit verloren gegangen!“ seufzte er im Stillen.
Als beide nach einer Viertelstunde den Rückweg antraten,
stießen sie wie zufällig auf Dora, welche bleich und zitternd
vor der großen verschlossenen Corridorthüre stand. Die Zelle
Nr. sechs wurde verschlossen, nachdem sich Hillmann von der
Existenz ihres Insassen zuvor Gewißheit verschafft hatte.
In die helleren Gänge tretend bemerkte der Alte, wie
Dora so bleich und fröstelnd aussah und theilnehmend
äußerte er:
„Ja, Sie, gnädiges Fräulein, müssen sich erst an diese
halbdunkeln Gänge, an die feuchte, dumpfe Luft gewöhnen,
wie Fräulein Maria und ich, dann wird es schon gehen.