)
Hillmann, ein richtiger Gefängnißhamster, der mit Siegfried
sast zu gleicher Zeit ins Amt getreten und dessen ganzes Ver—
trauen genießend. Die Küchenthüre öffnete sich und in der—
selben erschien statt des erwarteten Ferdinand Fräulein
Maria, den Gruß des alten Dieners freundlich erwidernd.
„Siehe da, der liebe Herr Hillmann!“ rief sie angenehm
überrascht. „Ach! das ist schoͤn und gut! Ich freue mich
wirklich, daß Sie den schwierigen Morgendienst übernommen
haben, denn das gibt mir doch Gelegenheit, denselben Ihnen
etwas leichter zu machen!“
Danke schönstens, mein liebes gutes Fräulein!“ ent—
gegnete der Mann geschmeichelt, „ich weiß ja, daß Sie mir
gewogen sind vom ersten Augenblick an, als Sie hierher zu
uns kamen!“
„So ist es, lieber Herr Hillmann. Ich kenne ja auch
meine Leute, und weiß ich doch, daß auch Sie mir eben so
gut wie Ferdinand von Zeit zu Zeit einen kleinen Auftrag
besorgen werden, wenn Sie in die Stadt gehen. Versteht sich
von selbst, daß Sie dadurch niemals belästigt werden dürfen.“
„Befehlen Sie nur, liebes Kind, der Hillmann wird
sich bestreben, Ihnen stets gefällig zu seint, .. Aber“,
fügte er vertraulich hinzu, „sagen Sie mir doch, wie verhält
sich denn die Sache mit dem Ferdinand?“
„Ich weiß vorläufig nur — doch das ist ja unter uns
gesagt, — daß er von der Bewachung und Bedienung der
politischen Gefangenen vorläufig dispensirt ist,“ antwortete
Maria in geheimnißvollem Tone, „wenn ich Weiteres er⸗
fahren sollte, werde ich es Ihnen gleich mittheilen, was ich
Jemanden anders gegenüber gewiß nicht thun würde.“
Der Alte war fast gerührt von dem Zutrauen, das ihm
von dem schönen Mädchen entgegen gebracht, wurde, und als
Maria noch hinzufügte, „sie wolle sich lieber selbst etwas mehr
plagen so lange, bis ein Anderer an Ferdinands Stelle
beordert sei, als den anmaßenden zungen Menschen jeden
Morgen um sich haben,“ da schmunzelte Hillmann mit dem
ganzen Gesichte, denn der Ferdinand war schon lange nicht
nach seinem Geschmack.